review: EA80 – definitiv: ja! LP

ea80 - definitif ja!
Natürlich zuerst das Private:
Wo habe ich diese Scheibe her? Bin ich doch nicht etwa nach Berlin auf eins ihrer Konzerte im Mai gefahren? Definitiv: nein!
Ein Freund wollte mit Freunden auf das Konzert und mir eine mitbringen. Seine Freunde sagten kurzfristig ab und so durfte er bei Junge nur eine Scheibe am Merch-Stand einsacken. Ist ja nur fair. Und ich traurig. Buhuhuh.
dann ist eine Woche später eine CD mit den Lyrics im Briefkasten und ich freue mich!
Endlich wieder Deutschpunk, haha!
Wir wollen aber heute von positiven Dingen sprechen. Bejahen!
Als erstes fällt auf, daß EA80 ihrem Sound all die Jahre treu geblieben sind. Experimente sind nicht zu erwarten. Sie schwelgen zwischen altersweisen Abgesängen und düstermelancholischen Wutausbrüchen. Nach 6 Jahren wird diese Scheibe nun wohl zum 01. September erscheinen. Hm. Das ist noch lange hin! Und ich schreibe jetzt schon einen Review?
Ja!
Weil mein Kumpel sie mir überspielt hat auf Kassette. Hot Shit. Sieht aufm Foto aus, wie ne CD…. isses aber nicht. Is‘n Mixtape. Eine Seite Ja, eine Nein.

Apropos: die Ideen, angefangen mit den Fotos der beiden Cover – ich wette, wenn man die nebeneinanderlegt, ist es EIN Foto – über den selben Song, einmal Ja, einmal Nein.
Die Musik hat wieder mehr von der „guten alten alles oder nichts zeit“, klingt nach der „licht“ oder der „202″.
Eigentlich auch wurst. Geile Scheibe!
Noch eine, noch eine!

Bis dahin.
Dank geht an „der Junge von nebenan“ und seine Gäng.

review: DIE TOTEN HOSEN – Laune der Natur 3LP

toten hosen - laune der natur

Ich habe nicht gerade sehnlich auf dieses neue HOSEN-Album gewartet. Ist mir alles zu Stadionrockig gewesen die letzten Jahre.
Wobei seit meinem persönlichen Schlußpunkt „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ dann doch immer wieder mal der ein oder andere Song dabei war, der mich angelächelt hat. (friss oder stirb / ich bin die sehnsucht in dir / innen alles neu / …)
Mal ganz abgesehen davon, ist die Musik ja ein prima Einstieg für die Kids zuhause. Wochenlang gröhlend durchs Haus toben bei „tage wie diese“.
Da schmeiß ich also die neue Scheibe von den Hosen an und was ist:
ein Deutschpunkkracher schmettert mir entgegen! „urknall“
Tiptop.
Klar, man kann daran rummäkeln, daß das total astrein produziert ist. Sauviele Chöre auf der ganzen Scheibe.
Alle können ihre Instrumente. Punk is das nich, Freunde!
Wenn das aber Rockmusik ist im 21. Jahrhundert bin ich froh! Es ist KEIN Rock‘n'Roll. Keine dämlichen HeavyMetal-Experimente.
Klare Worte. Klare Riffs, Freude, Nachdenklichkeit. Nach vorne aber auch laidback. Für jeden was dabei!

Ich will das nicht über den Klee loben. Ist aber gut!
Ne peinliche Nummer ist „wannsee“ ja schon. Wie auch „Laune der Natur“ der titelgebende Track.
Aber scheiße, bei „alles passiert“ hamse mich wieder. Weil dieser Kacksong einfach nen irre geilen Text hat.
Während meine Liebste mit nem andern rummacht und dabei das Geschnulze von Tim Bendzko anhört und ihre Midlifecrisis vor sich herträgt – die Hosen, respektive Campino, treffen mein Schnulzfaktor.
Meine Tochter (7) liebt „die Schöne und das Biest“
Die Großen knallen sich dann eben Song „wie viele Jahre“ rein!
Auch ich. Genau: Proberaum feucht und für Groupies keinen Platz!
Von mir gibt’s ne Kaufempfehlung.

Guten Abend.

review: LOVE A – nichts ist neu LP

love a - nichts ist neu
Veränderung. Das ist doch das, was einen antreibt. Voranbringt. Ja, ein paar klitzkleine Veränderungen sind spürbar. In der Musik der Band. Sie werden langsamer und poppiger.
„Nichts hat sich verändert“ krakehlt Jörkk direkt im ersten Song. Stimmt.
Seit Jahren nun dieselben, leicht sophisticated, wortwitzigen pissed Lyrics. Scheinbar frustriert es auf Dauer, wenn man merkt, daß man mit dem oberklasse Song „Valentinstag“ schon jede Aussage vorweggenommen hat. „es war alles schon mal da nur noch nicht überall“ (oder so ähnlich) War wohl so ne Art Abgesang auf das, was kommt.
Die Videoclips ähneln den anderen, bekannten Bands der Szene. Glücklicherweise muß der Zuschauer nicht immer das Bandeigene Unzufriedenheitsgesicht sehen, das einem die Mockerlyrics entgegenquäkt. Stattdessen sophisticated Stühle, Hunde, was weiß ich.
Ab einem nicht genauer definierten Alter, sagen wir 18, darf Scheitern einfach nicht mehr schlau sein. Ich bin jetzt nicht gerade auf Erfolg gebürstet, doch Scheitern möchte ich nicht mehr. Ich frage mich also, wie ein offensichtlich so schlauer Mensch, mit so viel Wortwitz und Leben in der Sprache, immer nur über sein und das Scheitern anderer schreiben kann.

Die Musik so New-Wavig wie die Stuttgarter Meschpoke um die, die Nerven (können die sich so umbennen, bitte). Ich werde es so abfeiern, wenn dieser 80er-Revival von den Mittvierziger Punks endlich nicht mehr in den Himmel gehoben wird!
Dann können sich die Leute mit Abitur und eigener Firma endlich wieder aus der Szene verpissen. Aufhören ihren Quatsch als Punk zu verkaufen. Oder Punkverwurzelt.
Als hätte einer von denen in Afrika den Ureinwohnern die Umkalopunkowurzel geklaut und vertickt sie nun als Pillen für Sozialphobiker.
Überrascht mich doch mal mit einem Taktwechsel. Mit einem Doomriff. Kreativität unter Punkwurzeln ist wohl an der Kasse vom Pennymarkt beim Bezahlen vom Hansapilsdosen liegen geblieben.

Das Cover ist ein weiter Abgesang. Eine schlecht gezeichnete Kopie eines M.C.Escher Bildes. Vow.
Fazit: früher hatte das echt mehr Dampf. Die Scheibe ist ein guter Ausstieg ausm Punk!
Nevermind the Punx: here comes the Betroffenheitsschlager!

Hätte nie gedacht, daß ich mal n Verriß schreibe, doch bei bekannten Bands macht es am meisten Spaß. There’s more to come!
Schickt euren Punk und Hardcorestuff an
ProvinzPostille
felix.schreibt.dir(ättt)googlemail.com

review: POSTFORD – s/t LP

postford
Kennt ihr das, wenn ihr schon seit ner gefühlten Ewigkeit auf einen Release wartet? Ich in diesem Fall von der Bremer Punkband POSTFORD.
Im ersten Moment, in dem diese Scheibe ihre erste Runde drehen darf, erinnere ich mich an einen Sound, den ich schon mal gehört habe. Und freue mich. Denn dieser Sound ist definitiv nicht aus der Zeit gefallen, sondern viel zu wenig zu Gehör gekommen.
EXIL. Pre-TURBOSTAAT. Genug Namedropping!
Die 4 Postforder spielen gut zusammen. Das geht nach vorne, das hat ein gutes Fundament.
Die Lyrics klar gegen unser immer kapitalistischer werdende Demokratie. Mal ganz abgesehen von dem klaren Statement gegen Kaltland. Mich fordert dieser Text auch heraus, darüber nachzudenken, wieso eine Menge Leute mit Deutschlandfahnen auf die Strasse gehen und mit Ausgrenzung ihre kalten Ziele zu erreichen. Wer will das denn? Wie kann man die davon überzeugen, das zu überdenken?
Wenn man etwas mehr in die Lyrics guckt, merkt man schnell, daß POSTFORD viel hinterfragen. Was teilweise auch ein wenig arbeitsmüde klingt. Es ist nicht schön, angetrieben zu werden, es geht darum, sich zu bewegen. Nicht ausruhen und liegenbleiben.
POSTFORD sind weit mehr als bloße Punkunterhaltung oder ein Betroffenheitsge(s)(d)icht.
Sie regen zum nachdenken an, das ist wichtig! Wir (sprich: unsere Szene) darf nicht stehenbleiben und mit ruhenden Augen zusehen, wie sich die Rechten unsere Aussagen verdrehen! Genug eigene Meinung für heute:
Schönes, klares Artwork. Schwarz weiß, blaues Vinyl und Poster habe ich auch noch bei. Siebdruck. Fein!
Einzig hätte ich mich eine Übersetzung für die spanischen Textpassagen gewünscht!
Erschienen ist diese Platte in Zusammenarbeit von RACCOONE und Antikörper Export
anhören download und so: hier
oder auf dem aktuellen Sampler der PROVINZPOSTILLE

konzert: VILLA BARROCK „Mut gegen rechts“ Soli

Ich nehme es vorweg: was ein Hammerabend!

KUBALLA und pADDELNoHNEkANU machen eine Split Single. Unsere Seite heisst „zusammen leben – Alleinstellungsmerkmal“
Eigentlich wollten wir ein Proberaumkonzert bei KUBALLA veranstalten, doch man sprach sich ab und so kam ein gemeinsamer Abend mit PHILEAS FOGG und die live-HipHopper von PILOTEN UND PIRATEN heraus!
Das Ganze sollte also auch unsere Split-Release-Party werden. Da wir aber während der Woche folgendes Foto ohne nähere Angaben aus dem Presswerk bekamen, ahnten wir (die Kanuten) presswerkscheisse nicht Gutes. Die zweite Single und wieder liefert das Presswerk (es sind zwei verschiedene!!!) nicht pünktlich aus. Es begann 2016 mit unserer „1+1=2fel“ Single, die dann am Montag NACH dem Releasekonzert kam.
Unser Vorschlag ist: wir machen eine dritte Single. Nächstes Jahr. Release und Konzert legen wir gar nicht erst zusammen!

Jedenfalls war es ja ein wunderschöner, warmer Tag gewesen und wir rechneten schon damit, daß weniger Leute kommen würden. Wir wurden mit einem vollen Haus überrascht.
PHILEAS FOGG durften um halb Neun schon vor knapp 50 Leuten spielen und es wurden immer mehr. phileas fogg Ich verfolge ihre musikalische Reise nun schon vom ersten Song an und bin begeistert, daß immer mehr gute Lieder dazukommen. Hört da unbedingt mal rein!
Als zweite Band dann PILOTEN UND PIRATEN, die mich durch wirklich klares, gekonntes Zusammenspiel überzeugen konnten! piloten und piraten
Es betraten KUBALLA die Bühne, die auch immer mehr Songs haben, die sich von Midtempo zu Pogotauglich schrauben. Tom, der Sänger, kündigte selbst einen Song so an, daß nun ein weiterer Neuer käme, der nicht auf der Single sei, aber mal „etwas anderes“. Und: Stimmt!
kuballa
Den Titel habe ich leider nicht parat, dafür aber den Eindruck, das Martha in der Band angekommen ist und ihre „Note“ dazugibt, was echt toll funktioniert!
Hier ein rudimentäres Video von einem 7inch-Track „brenn leise“.
Zum Abschluß pADDELNoHNEkANU. Ganz viele Menschen waren geblieben, die Stimmung gut und der Kessel ordentlich erwärmt.
In Ermangelung spielten wir unseren Track der Single „zusammen leben – Alleinstgellungsmerkmal“ einfach am Anfang UND am Ende des Sets. Tulle fand gegen Ende den Knopf für die Nebelmaschine auf der Bühne. Binnen zwei Minuten sahen wir weder uns noch das Publikum. Und er den Knopf nicht zum Abschalten.
Als sich der Nebel gelichtet hatte, beendeten wir diesen superklasse Abend!
Herzliches Dankeschön an alle Helfer, Jonas, der uns nun schon mehrfach gemischt hat, und soweit ich weiß sind ein paar Hunderter für „MUT GEGEN RECHTS“ zusammengekommen!