Archiv der Kategorie 'review'

review: ILLE TANTEN – freudig destruktiv MC

ille tanten MC
Ha!
Pah!
Ne?
Doch!
oh…..
Nicht. Dein. Ernst.
Die ILLE TANTEN aus Kassel, die es nun seit knapp drei Jahren gibt, spielen herzlich rumpeligen … ist das Punk? … oder Indie?
Ham die bei TOCOTRONIC geklaut oder ist das so ne Lo-Fi Version von TURBOSTAAT?
Textlich sind sie sich sicherer, als musikalisch.

Pisse macht Pisse
wünschte ich klänge auch so cool
Pisse macht Pisse
meine Ausdrucksweise wäre wärmer als warmer Stuhl
Ich höre Punk, alles macht was
(…)
Ich schaue you tube, alles macht was.

aus „angst pisse sinne“
Ist also lyrischer und zugleich hinterfragend.

Das Tape ist auf der einen Seite ganz neu und auf der anderen Seite nicht so neu; das erste Demo drauf.
Nach dem dritten Hören kann ich immer noch nicht so genau definieren, was eigentlich passiert ist. Bin ich überraschend verstorben und bin als Ziehharmonika wiedergeboren worden?
Kein Dampfwalzensound, kein supertoll vorgetragen und abgemischter Sound. Die Haptik ist wie der alte Fahrradreifen aufm Cover.
Dillettantisch vorgetragen, weswegen man der Band nicht abnimmt, es ernst genug zu meinen.
Leute, muss den Alles so ein HardcoreMachoDing sein?
In einem Review las ich eine harsche Kritik an der, nennen wir es mal, Vorgehensweise der Band. Wie beschrieben so rumpelig wie möglich.
Hey: das passt!
Und stellt euch mal vor, Punk war und ist genau das: nimm ein Instrument, gründe eine Band….
weitermachen!
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review: CHIN UP – greetings CD / Tape

chin up - greetings tape

Wenn mir jemand ein Tape zuschickt, bin ich eigentlich mal pauschal begeistert.
Wenn dann noch die Mucke passt und Spaß bringt: 11 von 10.
Wenn dann auch noch auf der homepage zu JEDEM Song ein Video erreichbar ist:
alles richtig gemacht.
Für die Ohren und Augen gibt es also im Folgenden Emopunk des 21. Jahrhunderts.
Keine total übertriebenen Hooks, gut arrangiert, viel Herz, Melancholie, Freundschaft, Liebe, Leben.
Mal schnell, mal laut, mal mid-tempo, aber immer tanzbar!
Pop-Punk aus Bonn.
Alle Videos als One-Taker, sprich in einer Einstellung gedrehte Clips.
SAYING SORRY

EXCAVATOR

GROWING AWKWARD

CROSSING MY MIND

erschienen ist das bei CatLifeRecords - da stecken wohl die Band selbst dahinter, oder Kumpels. Jedenfalls auch aus Bonn.
CHIN UP

review: pADDELNoHNEkANU MC / CD / digi

pADDELNoHNEkANU Tape

Ein kleines bisschen Eigenwerbung:
Mit meiner Band pADDELNoHNEkANU habe ich ein Mixtape aufgenommen.

unser Jubiläumstape, welches der mehrfach übergroße Oberhammer ist, eine Radioshow, ein „pink-floyd-the-wall“, hier zum käuflichen erwerb:
alles DIY Handarbeit, Linoldruck, nummeriert.
CD im DVD-Rock, Mixtape im Säckchen, Tape im Sarg (angepasst, die Norm ist dein und jeder passt in seine Kiste rein) und digital. Die Mucke zusammen mit (oder ohne) einem Booklet, in dem ALLE Texte 2002 bis 2017 stehen. Mit Linernotes, Bildern und Poster zum rausnehmen!
Musik von uns (wir covern Ben Racken, das närrische Punkrockdreigestirn – Hamburg / Giessen / Mönchengladbach – der 1990er, eine heute sehr bekannte artsyfartsy Elektroband, die früher mal HardcoreMetalEmo gemacht hat… uvm)
Wir werden gecovert von: Krasser-Fahrstil, unserem Proberaumvermieter, seineszeichens Gitarrist bei sTevion und den saarländischen NDW-Helden Tod durch Müsli, SingerSongwriter Tobias Moldenhauer, Surfstepper, Luzifers Mobbing (Tribute to LuzifersMob), WeltTraumSchrott.

bandcamp
tictail

Tour:
23.03. Kehl Juke
24.03. Rastatt Artcanrobert
31.03. Basel Irrsinn Bar
13.04. privat
20.04. Bühl Komm

28.07. Heilbronn Friedrichshoffestival

review: LOSER YOUTH – es gibt viele schöne Plätze … 7inch

…in Deutschland. Die schönsten sind für uns Arbeitsplätze.
loser youth

Die erste, sehr kurzweilige LP „livin la vida loca“ hat auch schon direkt den Sprung in meine Top 10 KrachpunkHitliste geschafft.
Und nun leg ich die 7inch auf und darf mich nochmal freuen:
noch kürzere Songs, auf den Punkt geknallt. Nicht mehr ganz so „noisig“, griffigere Perlen, so ein bisschen Amen81 meets AbstürzendeBrieftauben. haha. Die Texte sind pissed und eigens erdacht von Loser Youth.
10 Mal Stinkefinger. Ikea, Fahradfahren, Scheissjob, Scheiss Homophobie. Ich finds treffend. Das Ganze in knapp 10 Minuten bei 33 1/3 rpm.
Es lohnt, die Scheibe wieder und wieder umzudrehen und von neuem Laufen zu lassen. Oder man kauft sich gleich ne Musikbox, die das für einen erledigt.
Wer keine Scheibe hat oder haben will oder auch nicht gedenkt auf den nerdigen Vinylzug aufzuspringen, möge sich die paar Minuten Mucke runterladen:
rilrec
passwort ist „passwort“…. blöder Scherz: EGVSPIDDSSFUA

review: FLUID TO GAS – on air EP 7inch

fluid to gas - on air EP

Neulich schrieb ich über die nice 10inch von LHOTSE und Blockshot und kurz darauf bekam ich Post von einer mir altbekannten Band: FLUID TO GAS.
Sie haben 1995 ihre erste 10inch bei dem famosen Bonner Label REVOLUTION INSIDE rausgebracht. Le Sabot (der Name des Labelmachers) war nur wenige Jahre tätig, leider. Ich weiß nicht mehr, ob er noch vor 2000 aufhörte, jedenfalls hat er viel von GUTS PIE EARSHOT rausgebracht. Das Internetz hat das Label jedenfalls durch die Maschen flutschen lassen.
Nach der besagten 10inch gab es dann auch noch eine LP. „flow“
Der Sound klingt heute schon sehr nach 90er Jahre, ich habe ein Grinsen im Gesicht, wenn ich das wieder höre!
Da dieser ganze amerikanische Emosound, außer den übergroßen FUGAZI, ziemlich an mir vorbeigegangen ist, hat diese Band einen besonderen Platz in meiner Sammlung.
Wo auf der 10inch noch elegisches Songwriting angesagt war mit etwas vertrackteren Beats und noisigeren Gitarren, wurde auf der LP die Distortion und das Tempo hochgeschraubt. Auch die Melodien sind klarer, doch der Gesang bleibt, wie auch die Lyrics im poetischen. Gibt dem Gesamtbild einen melancholischen, wavigen Anstrich.
Ich bin also mehrfach begeistert, nach so vielen Jahren einen neuen Release in den Händen zu halten. Die in der Zwischenzeit veröffentlichten Demo/CDs sind mir (leider) entgangen. Auch haben die Herren sich von einem Trio zu einem Quartett vergrößert und ihr eigenes Label F-SPIN RECORDS gegründet. Darauf haben sie eben schon LHOTSE und BLOCKSHOT (und so einiges anderes) veröffentlicht. So schließt sich der Kreis und ich höre nun mal auf mit dem Infotainment ;-)

Die vorliegende 7inch „ON AIR EP“ (bereits 2017 rausgekommen) ist ein guter, gelungener Schritt! Und dieser hat 11 Jahre gedauert. Wenn man in Bandzeiträumen denkt, haben andere in dieser Dekade drei Bands gegründet und wieder versinken lassen. Nicht FLUID TO GAS. Sie haben weiterhin geprobt und gespielt und mit Immi einen zweiten Gitarristen eingespannt.
Der Sound ist wieder etwas reduzierter, dafür verdammt gut gemischt. Die zweite Gitarre füllt Räume, der zweite Gesang bringt Abwechslung. Da haben ein paar älter gewordene Herren echt Spaß an ihrer Mucke. Und das macht wirklich Spaß zu hören. Noisig treibend, vertrackt harmonisch.
Die Texte sind auch erwachsener geworden.
Jeder Song ist rund und ich freue mich euch sagen zu dürfen:
da kommt noch eine 7inch!
Und Konzerte!
23.03.2018 / Dresden, Chemiefabrik + Scraps of Tape + Yon
28.03.2018 / Hamburg, Hafenklang + Party Diktator
15.06.2018 / Mönchengladbach, Blubox + Yarn und Haikkonen
16.06.2018 / Düsseldorf, Brause + Yarn und Haikkonen
25.08.2018 / Mannheim, Brückenaward + viele andere