Archiv der Kategorie 'review'

review: ERNÄHRUNGSFEHLER – sturmverse LP

ernährungsfehler - sturmverse
Eine Band, die ich nur vom Namen kannte. ERNÄHRUNGSFEHLER. Tuba und Nico, ihreszeichens Gitarre und Bass bei BEN RACKEN, hatten eine Vorgängerband, die es erstmal nur 2 Jahre und nur mit Nico am Bass gab. 1990 bis 1991. Laut parocktikum reunierten sie, da der Schlagzeuger einen Grabstein bekommen sollte. Dafür ein Benefizkonzert.
Man reunierte dann mit Tuba an der Gitarre und Daniel an den Trommeln. Es entstanden zwei Alben 2005 bis 2007.
Das eine „Strumverse“ liegt mir nun vor. Es ist auf einem der wohl eigenartigsten Labels der Republik erschienen sicksuck-records. Dan Sick verbreitet da wohl ausschliesslich Bands, die aus dem Umfeld Rathenow, Haldensleben bis Magdeburg existieren und existierten. Auflagen zwischen 100 und 200 Stück sind normal, davon dann immer einige Testpressungen, Cover beklebt, besprüht, mit PVC beklebt, ich habe da inzwischen so einige schöne Releases im Plattenschrank.

Die vorliegende Platte lohnt sich wirklich anzuhören! Es ist teilweise sehr flott nach vorne gespielter, leicht düsterer Punkrock. Ein guter Einschlag New-Wave, die Stimme erinnert mich manchmal an Bela B. aus eben jenen 1980ern „mysteryland“ oder ähnlichen Stücken von „die Ärzte“. Die Sprache ein wenig altbacken, jedenfalls kommen mir manch Formulierung so vor. Auf Spässe reimt sich vergässe. Es wird ordentlich experimentiert mit der Sprache. Und die beiden Gitarren spielen mal mit und mal gegeneinander.

aufgeblasen stehst du da – gut geschützt durch weise worte – ich hab zu schweigen ist doch klar – bin für dich ne weiche torte – und jetzt alle schuhe lecken – ach der könig er flaniert – treibst uns in die letzten ecken – wenn dein staat hier aufmarschiert

Hier ein Video, welches die Zeit in der sie spielten und die Besetzung gut widerspiegelt:

Lässt sich gut unter „e“ hinter „ea80″ einsortieren!

review: HERR PAULSEN UND DAS ZEITPROBLEM – I 7inch & II LP

herr paulsen und das zeitproblem
Hatte ich auch noch nicht ;-)
2 Reviews auf ein Mal… aber die Zeit verging schon ganz schön schnell… so zurückgeblickt.
und nicht nur HERR PAULSEN hat ein Zeitproblem. (auch Maeglin beispielsweise!)

Nungut.
I
Also die 7 inch ist (noch) ein wenig krachig. „das ist, was ich momentan zusammengekratzt bekomme“
Das äußert sich im Artwork, welches sehr schlicht gehalten ist, aber nicht schal. Weißes Cover, schwarze Schrift, Bandname, Titel.
Die 4-Song-EP noch sehr emotional, klingt alles sehr nach Abschied, der Trauer danach.
Obwohl die Nummer I doch ein Anfang ist.
Einige Videos folgten, auch akustisch. Guckt mal in ihren Kanal.

II
Auf der LP nun schwarzes Cover und weiße Schrift. Man bleibt sich schon mal treu und ich nehme an, die nächste Platte heisst dann III. Nur mit dem Schwarz/Weiß wird schwierig!
Aber ich lasse mich auch gerne überraschen.
Was die Herren Paulsen nun mit dieser LP geschafft haben.
Sehr schnell wurde sie nachgelegt und hört sich gleich viel besser an. Der Sound offener und auch die Texte. Weiterhin melancholisch, doch nicht ganz so emo.
Denn deutschsprachiger Emo geht schnell ins poppige und fängt an zu nerven. Hier wird noch experimentiert und probiert. Nicht in jedem Song das selbe Schema angewandt. Mals singt Philipp, mal Clemens.
„kolonialware“

mit jedem weiteren wort mal wieder ein bisschen übetrieben zum glück wird nicht nur orthographisch hier so vieles kleingeschrieben es wird nicht wahr weil due es lautstark wiederholst und auch nicht klar durch nur eine position“

durch beide Releases zieht sich ein Faden, der sich ganz klar an der Baden-Badener Schule orientiert. Haha!
Den Satz wollte ich schon immer mal schreiben!
Und das über einer Berliner Band!
Wer mehr wissen will ;-) demnächst!

7inch bei ELFENART (sehr hübscher relaunsch übrigens!) raus und die LP bei ELFENART und TANZ AUF RUINEN

review: NO°RD – paläste LP

NO°RD - paläste LP

Gut Ding will Weile….
Ich habe die Scheibe nun schon seit Ende Mai hier liegen, bzw dreht sie ihre Runden.
Aber NO°RD, die mich nun schon seit ihrem ersten Demo begleiten, haben es echt verdient erstmal gehört zu werden, bevor man irgendeinen Spasemackenreview über ihre Musik schreibt.

Was man hier nämlich zu hören bekommt ist emotionaler Punkrock mit Drive, mit Einflüssen aus Hardcore und Emo, Sozialkritik in Form von Geschichten, die uns Andreas nicht vorenthalten möchte.
Die Band bleibt sich in Punkto Artwork treu: Ausschnitt. Andeutung. Im Gegensatz dazu die Songtitel. Klar und unmissverständlich: „paläste“, „gaslaterne“ (mit videos), fressen, maschine, hotelbar…. Wiederum die Texte lassen einigen Interpretationsspielraum, drehen sich um (meist) namenlose Menschen und deren Geschichten. Laut Booklet um Kämpfe für ein gutes Leben. Ich sag mal: Bukowskipunk mit einem Schuß Kafka. Man sollte in der Stimmung sein. Vielleicht habe ich deshalb bis in den Herbst gewartet…. nun ist es trist und grau, manchmal. Zeit für eine Tasse NO°RD und danach bei PISSE ausflippen ;-)
Erinnert mich sehr an EXIL (eine Vorgängerband von Turbostaat) oder auch DueSENJaeGER.
Die Produktion dieser Platte wesentlich konkreter als der Vorgänger. Für Punk (und sei es emo/wave/wasweißichpunk) etwas zu glatt. Nächstes Mal wieder mehr Dreck wieder, bitte!

Kaufen?
tanteguerilla

review: FRAU MANSMANN – therapie MCD

frau mansmann - therapie

Der Track ist kein Unbekannter. War er schon auf der „menstrution in stereo“ Scheibe mit drauf. Glücklicherweise ist das auch einer der Tracks mit Emilie Krawall am Mikro. Im video auch in der Hauptrolle!

Den Review zur CD gab es schon vor ner Weile ;-)
Nun bekomme ich eine MCD rübergeschoben auf der der Song „therapie“ also von einigen Künstlern / Bands gecovert wird. Man mag sich an die 90er erinnern und ebenso klingen die, nennen wir es mal, Remixe!
Vier davon drauf. Vom abgründigen Thomas Tulpe verschlagert, von den grandiosen Deutschpunkern INWIEFERN. Leider bleiben alle Versionen etwas blass. Der Original Track ist einfach klasse!

Das Werk gibt, wie auch alle andern, bei Konzerten der Band oder bei bakraufafita

fanzine: TRUST #193/06

TRUST 193/06

schon das Cover ist mal wieder eine Schönheit. Vor allem wegen der Rückseite! Auch ein Rücken kann….
Entschuldigt den Flyer (07.12. in der Hackerei in Karlsruhe), ich habe aber meine Adresse anonymisiert, nicht. Endlich wieder Deutschpunk!
Wer sie will, muss mir schreiben, haha.
Apropos:
mit guten Kolumnen gehts los, über die berüchtigten Interviews mit den langen Vorworten (diesmal the FU’s, Matula, Dörtebeker, Toxic Reasons, uvm), super Konzertfotos, alles in s/w, zum Ende mit vielen wichtigen Reviews zu Fanzines und Bücher; natürlich auch Tonträgern.

Jetzt aber ab ans Kiosk!