Archiv der Kategorie 'review'

review: INWIEFERN – irgendwas ist immer CD / LP

inwiefern CD
Eine vollgepackte PunkCD schwirrte mir ins Haus.
INWIEFERN (aus Straußberg) liefern top abgemischten und gespielten Deutschpunk in „chefdenker“ -Manier. Oder ähnlichen Bands. ALARMSIGNAL oder KNOCHENFABRIK.
Das geht nach vorne, das gröhlt dich an, das hat seine musikalisch starken Seiten (die Herren können alle ihre Instrumente!), das hat Witz und vor allem: man fühlt sich wie 15. Nein, man ist 15!
Ich meine das ohne Blink182-Attitüde, ohne BravoHits. Die Titel sind meist recht gekonnte Wortspiele. Und so viele Songs sind auch auf der CD: 15.
Wer auf melodisch angepisste Mucke steht ist hier richtig.
Das man man wütend beim staubsaugen singen, melancholisch ernüchternt beim Konterbier am Morgen danach.
Nichts was Ghoetepreisverdächtig ist, aber auch bei Weitem nichts zum fremdschämen.

CD kommt mir einem Textfaltblatt in einem Pappschuber.
(und die LP muss erst super ausgestattet sein. hab ich nur grad nicht da. kriegste aber HIER)
Das ist ein bisschen zu wenig aber auch gut!
Was man nicht versteht, kann man also nochmal nachlesen.
zB „neulich an der bushaltestelle

du trugst zwei spangen und ein lilaweiss gestreiftes kleid
und obwohl ich dank dir pleite war, bin ich total verknallt
wenn’s dir genauso geht, dann melde dich doch
meinen ausweis mit adresse, den hast du ja noch

super.
Erschienen beim Berliner Label bakraufarfita

review: atmen, weiter – leichtigkeits des scheins LP

atmen, weiter...
Ich habe drauf gewartet. Ja, gewartet. Das Demo fand ich superklasse „die fabelhafte Welt der Lethargie. Der Kontakt gestaltete sich etwas langsam, dennoch schafften sie es auf den Sampler der Ausgabe #2. Mit dabei waren auch Stücke des Demos, die es nun auch nochmal auf die Platte geschafft haben. „haus / hell“ und „phrasenmonster“.
Gerade in einem Song wie „Phrasenmonster“ zeigen atmen, weiter… aus Landau in der Pfalz ihre Stärken im Songwriting. Zwischen Emo und emotionalem Punk. Zwischen Punkriff und schrägem Schrammelbeat. Voll geil.
Es reisst mit, zwingt einen aber auch zum zuhören. Und in manchem Refrain ohne Pathos auch zum mitgröhlen.
Zwischen Minimalismus und Melancholie ist immer noch eine Melodie!
Die A-Seite hat mehr Punk, mehr auf die 12, mehr Rotz und Tristesse. Auf der B-Seite mehr Herz, mehr Schmerz, mehr Mid-Tempo.
Irgendwie hören sich die Songs mehr nach englischem Punk an. Ich bin da nicht so firm drin, haha! Auf jeden Fall sehr abwechslungsreich verglichen mit der A-Seite.
Anfangs also mehr EXIL, später was von GRIZOU. Geil.
Anspieltipps: Seite A und Seite B.
Live eingespielt.
Die LP ist raus bei 30 kilo fieber records
Mal wieder ein superklasse Artwork von Micha (schwarzer rand)
atmen, weiter…

review: FRAU MANSMANN – Menstruation in Stereo CD

frau mansmann
Gleich der erste Songs steht in einer Linie mit Bands wie Molotow Soda oder anderen DeutschFunPunkBands.
Ist ein Sound mit dem man nicht mehr hinter dem erkalteten Ofen hervorlocken kann.
Eine Deutschpunkröhre wird alt und singt darüber. Das provoziert mich leider nicht. Es langweilt. Danach ein Song übers Saufen.
Gähn.

Die Band spielt hörbar schon ne Weile zusammen. Das passt und sitzt. Einzig der Zweistimmige Gesang liegt nicht immer in der Spur
Der Sound ist tiptop gemischt. Und der Lichtblick ist Emilie Krawall, die in „Therapie“ und in „Pöbelei und Widerstand“ ordentlich die FemaleFrontedDeutschpunkKeule auspackt. Das ist super.

12 Songs. „Menstruation in Stereo“

So lala.
Gibts bei Bakraufarfita. CD / LP / DL

review: THOMAS TULPE – in der Kantine gab es bohnen CD

thomas tulpe
Eines der aufstrebendsten und ambitioniertesten Labels aus Berlin bringt diese Scheibe raus! Barkraufarfita.
Nach tollen Releases von EIN GUTES PFERD oder diesem überraschend grandiosen Stoner-Krach von BLUTIGE KNIE, kommt nun ein Typ um die Ecke, der Musik auf Kindergartenniveau macht.
Ich habe als Pre-Teenie 1985 die auslaufende NeueDeutscheWelle geliebt. Deswegen finde ich den Sound auch echt ganz witzig. Aber der vorgetragene Gesang mit den aneinandergereihten Wörtern ohne jeden Inhalt nerven einfach nur hart ab.
Das Artwork hochpreisig gemacht, mit einem Thomas Tulpe drauf, der auf jedem einzelnen Bild schreit.
Ja, ich möchte auch schreien.
Uargl.

Zieht euch das rein: (gibt noch 3 Tapes der 2ten Auflage!)
provinzpostille

konzert: LOOSE SUSPENSE / BIRDS IN ROW / MERCY TIES juha west stuttgart 10.08.2017

LOOSE SUSPENSE @ juha west

Zweite Show in einer Woche. Dank meines momentanen Arbeitsplatzes in Stuttgart!
Ich hatte glücklicherweise nicht ganz so viel Arbeit in dieser Woche und kam pünktlich VOR der Show. Im Grunde war ich dort, um LOOSE SUSPENSE zu sehen und ihre neue Platte zu kaufen und anzuhören.
Die Band ist inzwischen ziemlich eingespielt und haben vom Juha-Mischer einen ordentlichen Sound bekommen. Ein richtig gutes Brett zum Einstieg des Abends und nicht ohrenbetäubend laut! Hat viel Spaß gemacht, der Show zuzuschauen und ab und an meinen müden Kopf auf und ab zu bewegen, haha!
Coole Mischung aus Screamo und Hardcore. Ab und an mal ein Ausbruch in schnellere Fahrwasser aber immer den Mosh im Würgegriff.
Am Ende der Show ein kurzer Schnack mit Sänger Jörg und eine Verabredung! Wir schauen mal, was daraus wird!

Als zweite Band spielten die Amerikaner MERCY TIES.
MERCY TIES @ juha west
Ungefähr so wie das Foto, so erreichte mich ihre Mucke. Der Sound auf Krawall gebürstet. Da war wohl deren Mixer am Werk…. Und die Musik mir etwas zu frickelig. Sie haben das absolut sicher vorgetragen, keine Frage. Doch der Funke sprang in keiner Sekunde über und so gesellte ich mich draußen zu ein paar lieben Bekannten und trank zwei Bier zuviel. Nach dem trotzdem langen Arbeitstag drückte es mir die Beine in den Boden und ich wünschte mir das erste Mal ein Sitzkonzert!
Wir verlaberten die Zeit. So kam ich in den Genuß die letzte Band des Abends, die französische Band BIRDS IN ROW, kennenzulernen.
BIRDS IN ROW @ juha west
Und die hatten mich. Von der ersten Sekunde an. Ein intensives Lautstärkegebräu aus Emo und Hardcore. Der Würgegriff des Mosh. schnell. Emotional. Kein Gepose, kein Rumgespacke. Die Haare des Gitarristen und Sängers fast permanent im Gesicht und über dem Mikrofon. Eine gute Mischung aus Geschrei und ganz kleinen Mitsingparts.
Es war wohl die letzte Show auf einer ausgedehnten Europatour (gemeinsam mit MERCY TIES). Und dafür wirkten die Herren quicklebendig!
Sehr höfliche und dennoch klare Ansagen.
Am Merch dann die Antwort auf die Preisanfrage: „pay what you want“.
Auch geil.