Archiv der Kategorie 'review'

fanzine: KRÜMMELGROLLER #4

kümmelgroller

Hier ist die Nummer 4 des KÜMMELGROLLER-Fanzines reingeflattert. Ist um einiges umfangreicher als die Nummer 3.
Liegt daran, daß sich hier ein paar Fanziner zusammengetan haben. Let’s call it: Sammelfanzine!
Das hat dieser Ausgabe echt gut getan. Sie ist bunt und wild (in sschwarz weiß gedruckt, haha) und kann mit Interviews, Cartoons, Rezis aufwarten.
Allsda wären:
Interviews: – drei meter feldweg (punkband aus der Lüneburger Heide)
- torsun (von EGOTRONIC) zum thema „was ist antideutsch“
- soap girls (südafrikanische female punkband)
uvm!

Das liest sich alles sehr flüssig und kurzweilig!
zu haben bei:

und lasst doch gleich nen like da!

extrem liedermaching

review: AT-THE-DRIVE-IN – inter-alia

at the drive in

Ihr denkt „wat machtn der jetz tnoch für n refwieu von dene scheibe – is doch uralt“
Manche Scheiben drehen erstmal ein paar Runden, wie gesagt.
Und diese hatte es verdient. Ich habe die „relationship of command“ heftigst geliebt.
Die Energie, das ungestüme Ausbrechen aus Songstrukturen. Die Melodien zwischen hibbeligem Emogeschrammel.

Die erste Runde war nämlich schrecklich. Wo? Wieso? Hat doch alles keinen Sinn.
„thats the way the ET claps“. verstehe ich den Satz richtig? (nein, natürlich nicht) aber dieses Geklatsche. Unerträglich poppig.
Nach einigen Runden mehr klang die Scheibe nicht mehr ganz so gewollt. Ich hatte mir alte Liebelingssongs noch mit auf die CD gebrannt, um vergleichen zu können.
Ich hatte so lange drauf gewartet, daß noch was passiert, das noch was kommt von der Band. Ähnlich wie bei KRAWEHL letztes Jahr.
Im VISIONS las ich aus Neugierde mal die Ausgabe mit dem imensen Stammbaum an Musikern, die AT THE DRIVE IN über die Jahre verschlissen hat. Ich rechnete mit nichts mehr.
Nun diese Scheibe.
Sie arbeiten sich immer noch fleissig daran ab, Songstrukturen zu dekonstruieren und manchmal habe ich das Gefühl das einzig der Gesang eine Linie hat. Alle anderen Instrumente spielen gegeneinander an. Das Ganze verpackt in einen Rocksong.
Sehr anspruchsvoll, das.
Und sehr glatt abgemischt. Das Raue fehlt. Das vermeindlich Unbedarfte.
Die Lyrics weiterhin zynisch und sehr studentisch. Schlaues Englisch. Ich komme da nicht mehr mit.
Wenn ich die CD nun aus dem Autofenster schmeisse, werde ich sicherlich nichts vermissen.
Also: die Scheibe gibts nun in meinem Bauchladen zu erstehen. Mit Poster.

PS:
So schön man das Video finden mag….

Im Grunde ist das alles elitärer Rockmusikquatsch.
Kostet viel Geld und noch mehr Eintritt auf ein Konzert.
Geht lieber auf 5 kleinere Clubgigs und schaut euch neue Bands an. Ich bespreche hier ja genug davon.

Haut rein!

review: STRG Z – s/t LP

STRG Z - s/t

Hui!
Was kommt da reingeflattert. Eine neue Band aus Dresden!
Die mich mit einer klasse eingespielten LP überraschen!
Beworben wird das als „deutschsprachiger 77 new-wave-punkrock“
Dem kann ich eigentlich nichts mehr hinzufügen!
Da sind ein paar alte Hasen am Werk (bspw. Gitarrist und Sänger Andi alias Fred Adrett (The Creeks, ZackZack) ), die mir nen „die Ärzte“ Bass (Sahnie – Basssolo!) in die Ohren quetschen, der mich sofort an die 13 Höhepunkte erinnert – eine unfassbar geile Scheibe – und mich auf eine Zeitreise mitnimmt. Der Bandname ist also Programm! Man hört den englischen Einfluss, den ich aber gar nicht so groß finde, eher eben an deutsche NewWave Bands aus den End-Siebzigern des 20. Jahrhunderts. Klar kann man sich fragen, ob das denn „sein muss“, ob man dieses Genre nochmal braucht.
Wenn das mit soviel straighter Spielfreude vorgetragen wird: schon!
Hört mal rein!

Klar, es wird mit Bildern gespielt, an die sich Ältere unter uns sicherlich erinnern. Aber all das Bunte von damals fehlt mir persönlich schon desöfteren im Stadtbild. Hochtoupierte Haare, Lederjacken, spitze Schuhe, Iros, Ghettoblaster die dich ankreischen.
Schönes Prägecover übrigens ;-)

Erschienen bei still unbeatable records bei denen es hauptsächlich englischsprachigen Punkrock gibt. Mit diesem Release rufe ich: mehr von STRG Z!

review: KLOTZS – eine stadt / keine stadt DoLP

klotzs - eine stadt/keine stadt

Ganz groß ist das Artwork. Nein. Die Mucke. Ne, die Texte. Ach was: das ganze Zusammenspiel!
Ich habe die Herren erst mit ihrem vorvorigen Release, der 10inch „schwarzer Planet“ kennengelernt und gefeiert. Auch das Konzert im Artcanrobert war voller Spielfreude und Lebendigkeit kaum zu übertreffen!
Wie schon erwähnt: sie sind doch noch zu zweit!
Irgendwann mal, vor vielen Jahren, startete die Band als Band. Dann wurden es immer weniger und der Sänger, der sich gerne hinter Kürzeln versteckt, deswegen hier mal kein Name, haha! Nun sind sie zwei. „IF“ und „PFFFT“.
Und das rockt und punkt und ist sperrig und melodisch und träumt vor sich hin. Gitarre und Bass in einem Instrument!

Wie auch immer.
Das vorliegende Album wird angekündigt als „das verschollene Album“, Songs die nie das Licht der Welt erblickt hätten, wäre da nicht eine naturbelassene DIY-Schönheit in Siegen unterwegs!
Auf drei LP-Seiten bekommt man wirklich ALLES, was KLOTZS‘ Spielfreude ausmacht. Punk mal schnell mal Midtempo. ElektroWavePunk. Noise- und Spieleskapaden. Kurz, mal lang.
Superklasse Texte mit Hirn; ohne endlose Wiederholungen mantrahafter Refrains, die erst nämlich erst dann zum mitsingen einladen, wenn man sie den geistig erfasst hat nicht, weil sie so superschlau daherkommen. Hoffe, ich habe das einigermaßen klar formuliert.
Das Gatefoldcover kommt mit einer Remineszenz an den „schwarzen Planet“ und einem Stadtpanorama zum aufklappen!
Allein die Titelgebenden Songs „eine Stadt“ und „keine Stadt“ spiegeln schon einen großen Teil des musikalischen Schaffens wieder.

„dieser ort ist für uns
so wie fast jede andere stadt
(…)
trost & ereignislos
auf die frage „wo kommt ihr denn her“
entgegnen wir
„wir wären gern von woanders,
doch wir sind von hier“

Einzig: der Song „deutschpunk 2.0″ beantwortet die Fragen, ob Punk nun Religion ist, DIY sein muss oder Hitparadenmucke sein darf, ob man Erfolg damit haben kann, darf oder soll, leider auch nicht final. Verdammt ;-)

Die Scheibe gibts vom MAJOR LABEL und bei den Herren selbst zu bestellen. Selbstverständlich auch bei jedem anderen wohlsortierten Plattenladen.
Spielzeit: eine Stunde und eine Minute.

review: LESTER die lüge vom grossen plan CD / LP

lester - die lüge vom großen plan
Jo. Mal endlich Zeit, was zu schreiben, denn die Scheibe liegt schon eine Weile bei mir und hat auch schon 3, 4 Runden im CD-Player gedreht.
Im Grunde macht die Band alles richtig. Top Sound. Super gespielt. Zwischen Melodie und Melancholie.
Erinnert mich an die erst kürzlich lieben gelernte KRAWEHL Scheibe. Deutsche HotWaterMusic vielleicht.
Gute Texte auch.
Ich kann nur nicht mit dem von Song zu Song gleicheren Gesang. Geht vielleicht nur mir so.
Nach den 3, 4 Runden ist für mich dann auch oke. Genug gehört.

Ein bisschen mehr Ecke und Kante im Songwriting oder im Sound wären super.
Insgesamt für alle, die gerne melodischen Punk hören, der nicht im 19ten Jahrhundert stecken geblieben ist.

https://www.bakraufarfita-records.de/bands/lester