Archiv für März 2019

review: SENOR KAROSHI – …oder deswegen LP

SENOR KAROSHI - oder deswegen
Nach einer fast gähnend langen Pause melden sich SENOR KAROSHI mit einem BÄNG! zurück.
Mir sind die Herren schon durch ihre Split Single mit AUßER ICH aufgefallen. Ich besorgte mir auch noch ihre erste 7inch mit vier Songs. Insgesamt hat man also schon sechs Kleinode veröffentlicht.
Drei davon sind nun auf der aktuellen Veröffentlichung wiederzufinden. Laut Textschuber hatten sie noch in einer anderen Besetzung aufgenommen, was sie nun live in neuer Besetzung spielen.
Erstmal knallt der erste Song „motte“ rein.
SENOR KAROSHI melden sofort ihr Songwriting, ihre Sprachlichkeit und ihr Verspieltheit an. Zweistimmiger Gesang, intelligente Texte und überraschende Wendungen. Wenn hier die Songstruktur plötzlich mit einem Taktwechsel in einen wirklich witzigen Refrain aufbricht, bleibt kein Auge trocken. Womit die Inspiration für diesen Song auch glasklar wird: Castingsendungswahnsinn.
Das zieht sich durch alle Songs. Jeder hat sein Thema: Alterssturheit (wasted on the young), Reihenhausmelancholie (das haus verliert nichts) oder den überaus witzigen Punkerfrisörsong (zum rapport). Konnte mir nach dem Ärzte-Song vor gefühlten 100 Jahren nicht vorstellen, daß da nochmal einer kommt!

Die Songs gehen runter wie Öl und man kann die Scheibe ganz einfach im repeat-modus lassen, sie wird echt nicht langweilig. Zu dritt brennt man hier ein Feuerwerk ab, was die meisten Bands nicht zu fünft hin bekommen.
Bevor man zu oft denkt, daß der Gesang und deren unerhörte, manchmal superschlau daherkommende Sinnhaftigkeit an LOVE A erinnert, covern die KAROSHIS einen Song von SchrengSchreng&LaLa. Jörkk Mechenbier darf auch mit den Gesangpart übernehmen.
Mit (muschelsucher) ist auch noch ein wirklich gutes, nachdenkliches Stück drauf. Ich mag die doppelbödigkeit in all den Texten von SENOR KAROSHI.

Ich finde da steckt viel LOVE A drin. Auch die Hamburger CAPTAIN PLANET lassen grüßen.
Doch SENOR KAROSHI schaffen es eigen zu sein.
Das macht die Platte „…oder deswegen“ echt zu einer abwechslungsreichen Post-Punk-Indie-Bombe.

Kaufen!

cuules video:

review: LYGO – schwerkraft LP

lygo - schwerkraft
Diese Band ist ein besonderes Kleinod der Punkszene. Meiner Meinung nach ist da viel Screamo drin. Mit all seinen melancholisch vertrackten Bombastparts. Man wird sehr oft mit Befindlichkeiten angeschrieen.
Da ist viel Punk drin, nach vorne gespielt, auf die Zwölf.
Sie spielen auch mal einen viel zu eingängiges Stück „festgefahren“ oder schreien weniger wie auf den grandiosen „lautlos“ und „vergessen“.
Ich würde auf keinen Fall unterschreiben, was andere Rezis behaupten „Fußstapfen von MUFF POTTER … PASCOW“: jedenfalls für dieses Album totaler Quark.
Das sind härtere KRAWEHL, sperriger und noisiger. ATMEN, WEITER… in einer krachigen Welt. FREIBURG. sowas eben.
Super auch das konsequent „andere“ Songwriting. Gitarren abwechslungsreich und ideenreich. Kleine Spielereien, die mein Muckerherz erfreuen!
Auf die komplette Spielzeit frage ich mich, warum ich mich so anschreien lasse.
Live eine Knallerband. Haben schon viele, viele Konzerte gespielt!
Und im März auch mal wieder unterwegs.

Album ist schon im September 2018 erschienen.
Zu haben bei bspw KIDNAP MUSIC.

review: pADDELNoHNEkANU – my button is bigger than yours LP / MC / DL

pADDELNoHNEkANU - my butto is bigger than yours

Vow!
Fünf Jahre sind vergangen, seid ich mit meiner Band pADDELNoHNEkANU den letzten Full-Length-Player 2013 „endlich wieder deutschpunk“ rausgehauen habe.
Es hat sich wahnsinnig viel getan und ich will hier ganz sicher keine Lobhudelei auf mich / uns selbst schreiben! Also kriegt ihr ein paar harte Facts, die so auch nicht im Interview stehen, welches in der nächsten Printausgabe der PP abgedruckt sein wird.
In der Zwischenzeit gab es 2015 eine 7inch namens „1+1=2fel“. Da hatten wir uns auf das heute noch bestehende Trio gesundgeschrumpft. Ein sehr guter Freund hatte Ole, Tulle und mich schon mehrmals aufgefordert, in der langen Zeit, die es diese Band gibt, es als Trio zu versuchen: das sei super so und funktioniere. Wir wollten nicht hören, haha!
Danach haben wir begonnen eine Split-7inch-Reihe zu starten. Die erste mit KUBALLA 2016 auf der der Track „alleinstellungsmerkmal“ ist.
Es wurde ganz schnell 2017 und uns war klar: 15 Jahre Jubiläum sind angesagt. Also wieder in unser Proberaumstudio und unsere Lieblingscoversongs geübt und eingespielt. Dazu ein Booklet mit allen Texten von 2002 an. Da ist ganz schön viel Revue gelaufen bei mir.
15… so alt ist mein ältester Sohn noch nicht (damals 10), so lange hat meine längste Beziehung nicht gehalten; und meine Ehe auch nicht (13).
Das war, seit der ersten LP, also ein harter Ritt.
Was wir nun in diese Welt lärmen ist hoffentlich das höflichst authentische und hochgradig emotionalste Punkalbum, daß das Auf und Ab des Lebens wiederspiegelt.

Wir danken selbstverständlich allen Bands und Freunden, die all die Jahre an uns glauben!
Diesmal dürfen wir auch noch Daniel von ELFENART herzlich drücken für seine Unterstützung.
Und den schwer umtriebigen Bernd von 30KiloFieberRecords der, zusammen mit uns als Band, den größten Teil dieses Releases mitträgt.
Chapeau!

Erstes Video zu cybertronic ultra bot