review: LOVE A – nichts ist neu LP

love a - nichts ist neu
Veränderung. Das ist doch das, was einen antreibt. Voranbringt. Ja, ein paar klitzkleine Veränderungen sind spürbar. In der Musik der Band. Sie werden langsamer und poppiger.
„Nichts hat sich verändert“ krakehlt Jörkk direkt im ersten Song. Stimmt.
Seit Jahren nun dieselben, leicht sophisticated, wortwitzigen pissed Lyrics. Scheinbar frustriert es auf Dauer, wenn man merkt, daß man mit dem oberklasse Song „Valentinstag“ schon jede Aussage vorweggenommen hat. „es war alles schon mal da nur noch nicht überall“ (oder so ähnlich) War wohl so ne Art Abgesang auf das, was kommt.
Die Videoclips ähneln den anderen, bekannten Bands der Szene. Glücklicherweise muß der Zuschauer nicht immer das Bandeigene Unzufriedenheitsgesicht sehen, das einem die Mockerlyrics entgegenquäkt. Stattdessen sophisticated Stühle, Hunde, was weiß ich.
Ab einem nicht genauer definierten Alter, sagen wir 18, darf Scheitern einfach nicht mehr schlau sein. Ich bin jetzt nicht gerade auf Erfolg gebürstet, doch Scheitern möchte ich nicht mehr. Ich frage mich also, wie ein offensichtlich so schlauer Mensch, mit so viel Wortwitz und Leben in der Sprache, immer nur über sein und das Scheitern anderer schreiben kann.

Die Musik so New-Wavig wie die Stuttgarter Meschpoke um die, die Nerven (können die sich so umbennen, bitte). Ich werde es so abfeiern, wenn dieser 80er-Revival von den Mittvierziger Punks endlich nicht mehr in den Himmel gehoben wird!
Dann können sich die Leute mit Abitur und eigener Firma endlich wieder aus der Szene verpissen. Aufhören ihren Quatsch als Punk zu verkaufen. Oder Punkverwurzelt.
Als hätte einer von denen in Afrika den Ureinwohnern die Umkalopunkowurzel geklaut und vertickt sie nun als Pillen für Sozialphobiker.
Überrascht mich doch mal mit einem Taktwechsel. Mit einem Doomriff. Kreativität unter Punkwurzeln ist wohl an der Kasse vom Pennymarkt beim Bezahlen vom Hansapilsdosen liegen geblieben.

Das Cover ist ein weiter Abgesang. Eine schlecht gezeichnete Kopie eines M.C.Escher Bildes. Vow.
Fazit: früher hatte das echt mehr Dampf. Die Scheibe ist ein guter Ausstieg ausm Punk!
Nevermind the Punx: here comes the Betroffenheitsschlager!

Hätte nie gedacht, daß ich mal n Verriß schreibe, doch bei bekannten Bands macht es am meisten Spaß. There’s more to come!
Schickt euren Punk und Hardcorestuff an
ProvinzPostille
felix.schreibt.dir(ättt)googlemail.com


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