review: KRAWEHL – s/t LP

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Ein bisschen aufgeregt war ich schon. Ein Bild, ein Link zum bestellen. Ich so: hin da! Bei LALA gibt’s die neue KRAWEHL! Mal abgesehen davon, daß es noch nie ein ganzen Album von ihnen gab sondern nur die Split EP 7inch und das wundervoll gestaltete Demo „aus der Geschichte kommt keiner raus“
Schon damals gab es eine Zusammenarbeit mit LALA Schallplatten und mich freut, daß diese bis heute besteht.

Die erste LP von KRAWEHL finde ich famos! Das mal vorneweg.
Im Grunde hat sich viel getan, aber auch wenig, bei diesem Release. Man merkt an jeder Ecke, jeder Kante, das geschliffen wurde; trotzdem die alte Gangart noch klar hörbar ist. Das Tempo haben sie insgesamt etwas angezogen und die Gitarren sind nicht mehr ganz so dünnhäutig wie vor 7 Jahren noch. Die Texte handeln weiterhin von der Sehnsucht nach reflektierenden Menschen „Betroffenheit ist auch ein Luxus“ (aus Salz & Ekel). Von der Kritik an denen, die sich die definitiv falschen Argumente suchen „der Gestank aus faulen Mündern / it smells like German Spirit / sie geben wirklich alles / und am Ende auch die Schuld“ (aus German Angst). Es gibt wohl aber auch Fortsetzungen: aus „nachts in Cottbus, schlafen oder Wächter bleiben“ ist „Bielefeld sehen und Scherben geworden“ ;-)
Zum Schluß noch die Subkultur, oh Subkultur: „und subkultiviert applaudieren wir einem Laienspiel / die Requisiten dafür tragen wir immer bei uns“ (aus Déja Vu). Dem Label, dem es letztlich herzlich egal ist, welchem Konsumenten sie ihre letzten Tonträger oder Shirts verkaufen, hauptsache das Lager ist leer. Dem tätowierten Großstadtdesigner, der sein eigenes Star-Up hat und einen Style, wie aus einem Punkrockfashionkatalog.
Ich kann jedes einzelne Wort verstehen und nachvollziehen. Diese Musik hat mehr Punk in sich, als all die vielen Punkbands, die ebenso polemisieren wie die „andere Seite“, die sie so sehr kritisieren.
Vielleicht ist es das Internet, was uns ALLE Subkultur so nahe bringt; wir jederzeit auch wissen, wer in Hamburg oder Bielefeld spielt. Eine App zeigt es uns an.
Wir grenzen uns selbst nicht mehr ab.
So habe ich die Szene Anfang der 1990er kennengelernt. Die ewige Frage „was ist Punk und was nicht“. Und wenn die Punks Leiche und Ratte gesagt haben: „du bist nicht Punk“ weil man den Linus-Pulli der Boxhamsters anhatte, dann war das so!
Hat sich dann durch die Gemeinsamkeiten mit der Hardcoreszenen erledigt, bzw durch den Crossover in allen Musikrichtungen.
Wo gibt es die coolen neuen Scheiben von den coolen Bands, die aber gar nicht mehr so neu sein müssen. Nein, wir schauen auch den Punkrockopas zu und finden das gut, daß die das noch machen. Dürfen. Müssen?
Ich schweife ab.
Die Band bringt mich zum nachdenken, nein, sie unterstützt und widerspiegelt meine eigenen Gedanken. Habe mich schon lange nicht mehr so aufgehoben gefühlt!
Merci!

PS: release ist erst am 05.05. – ich gehöre zum pre-order ding und deswegen…. hab ich sie halt schon!


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