Archiv für April 2017

review: KRAWEHL – s/t LP

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Ein bisschen aufgeregt war ich schon. Ein Bild, ein Link zum bestellen. Ich so: hin da! Bei LALA gibt’s die neue KRAWEHL! Mal abgesehen davon, daß es noch nie ein ganzen Album von ihnen gab sondern nur die Split EP 7inch und das wundervoll gestaltete Demo „aus der Geschichte kommt keiner raus“
Schon damals gab es eine Zusammenarbeit mit LALA Schallplatten und mich freut, daß diese bis heute besteht.

Die erste LP von KRAWEHL finde ich famos! Das mal vorneweg.
Im Grunde hat sich viel getan, aber auch wenig, bei diesem Release. Man merkt an jeder Ecke, jeder Kante, das geschliffen wurde; trotzdem die alte Gangart noch klar hörbar ist. Das Tempo haben sie insgesamt etwas angezogen und die Gitarren sind nicht mehr ganz so dünnhäutig wie vor 7 Jahren noch. Die Texte handeln weiterhin von der Sehnsucht nach reflektierenden Menschen „Betroffenheit ist auch ein Luxus“ (aus Salz & Ekel). Von der Kritik an denen, die sich die definitiv falschen Argumente suchen „der Gestank aus faulen Mündern / it smells like German Spirit / sie geben wirklich alles / und am Ende auch die Schuld“ (aus German Angst). Es gibt wohl aber auch Fortsetzungen: aus „nachts in Cottbus, schlafen oder Wächter bleiben“ ist „Bielefeld sehen und Scherben geworden“ ;-)
Zum Schluß noch die Subkultur, oh Subkultur: „und subkultiviert applaudieren wir einem Laienspiel / die Requisiten dafür tragen wir immer bei uns“ (aus Déja Vu). Dem Label, dem es letztlich herzlich egal ist, welchem Konsumenten sie ihre letzten Tonträger oder Shirts verkaufen, hauptsache das Lager ist leer. Dem tätowierten Großstadtdesigner, der sein eigenes Star-Up hat und einen Style, wie aus einem Punkrockfashionkatalog.
Ich kann jedes einzelne Wort verstehen und nachvollziehen. Diese Musik hat mehr Punk in sich, als all die vielen Punkbands, die ebenso polemisieren wie die „andere Seite“, die sie so sehr kritisieren.
Vielleicht ist es das Internet, was uns ALLE Subkultur so nahe bringt; wir jederzeit auch wissen, wer in Hamburg oder Bielefeld spielt. Eine App zeigt es uns an.
Wir grenzen uns selbst nicht mehr ab.
So habe ich die Szene Anfang der 1990er kennengelernt. Die ewige Frage „was ist Punk und was nicht“. Und wenn die Punks Leiche und Ratte gesagt haben: „du bist nicht Punk“ weil man den Linus-Pulli der Boxhamsters anhatte, dann war das so!
Hat sich dann durch die Gemeinsamkeiten mit der Hardcoreszenen erledigt, bzw durch den Crossover in allen Musikrichtungen.
Wo gibt es die coolen neuen Scheiben von den coolen Bands, die aber gar nicht mehr so neu sein müssen. Nein, wir schauen auch den Punkrockopas zu und finden das gut, daß die das noch machen. Dürfen. Müssen?
Ich schweife ab.
Die Band bringt mich zum nachdenken, nein, sie unterstützt und widerspiegelt meine eigenen Gedanken. Habe mich schon lange nicht mehr so aufgehoben gefühlt!
Merci!

PS: release ist erst am 05.05. – ich gehöre zum pre-order ding und deswegen…. hab ich sie halt schon!

review: PASCOW – lost heimweh BOX (10inch/DVD/Fotobuch)

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Eine Lobhudelei braucht ja eigentlich keiner mehr bei dieser superdupaüberklasse Band.
Sie haben ihren Sound, ihren Stil, ihre Art zu Feiern, Konzerte zu einem unvergesslichen Abend zu machen!
Und da gibt es Zweifel daran, weiter zu machen?
Klar, man sollte aufhören, wenn es am Besten ist, und genau darüber siniert die Band. Gemeinsam mit den Filmemachern Andi Langfeld und Kay Özdemir, die eigentlich Fotografen sind, hat die Band eine Tour durch kleine Clubs und AZ’s gemacht, sich gefilmt, gequatscht – oder auch nicht.
Bei allem Punk, Schweiß und Lärm finde ich das fast interessanteste am Film, wenn es denn mal ruhig wird. Man ein Bandmitglied in seiner Ruhephase nach einem aufwühlenden Gig alleine auf der Strasse sieht. Einige Interviews mit Szenegrößen, wobei mir hier definitiv die Jugend fehlt ;-) komplettieren den Film zu einem wirklich sehenswerten Stück! Es ist großartig nicht nur einen Gig zu sehen, den man vielleicht besucht hat, man ist auf der ganzen Tour dabei!
Ich hatte PASCOW mal mit ANTITAINMENT im Artcanrobert gesehen. Hilfe, war das geil. (2010, glaube ich….)
Von daher: macht mal noch ein bisschen! Gerne weiter in kleinen CLubs. Das sind die, die mit den Bands und dem Publikum eine Einheit bilden. Nicht alles zu einem Produkt degradiert, was von Konsumenten gekauft wird. That’s Punk!
bei tanteguerilla habe ich die Platte/DVD leider nicht mehr gefunden. Doch bspw bei flight13 bin ich noch fündig geworden. Die Box kostet 40 Tacken, ist aber randvoll mit tollen Sachen:
- 10″ mit Coversongs von PASCOW gespielt von bspw BABOON SHOW, BLUT HIRN SCHRANKE, DISCO / OSLO …
- ein steiler „rabe“– button vom „diene der party“ Album
- die DVD mit Tourfilm „lost heimweh“ Bonusmaterial wie einem exklusivem Clip.
- 120seitiges Fotobuch!
Der Preis ist in meiner Welt also oberhammertop!
Einziger Wunsch: eine Box in die nun die beiden Boxen („diene der Party“ und „lost heimweh“) reinpassen :-)

review: BLEIB MODERN – antagonism LP / MC

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nachdem ich die düsteren Herren um Philipp im Dezember im Artcanrobert gesehen hatte, war ich noch begeisterter. Es ist zwar nicht der Sound, der dauernd bei mir laufen kann, da mir das zu düster ist, doch können BLEIB MODERN auch etwas flotter. Sie können Off-Beats. Sie spielen Melodien von hinten links über ein weites Feld frontal in die Gehörgänge.
Da ist viel Hall, wo die meisten Bands mit ihren Gitarren drücken und schieben.
Philip Läufer hatte dieses Projekt mal als Ein-Mann-Projekt gestartet. Auf dem Label Black-Verb-Records bringt er in Zusammenarbeit mit einigen anderen Labels dann die Musik raus.
Das ist Cold-Wave, das ist Post-Punk, das ist geil!
Gleich der erste Song „grey dawn“ beginnt sehr melodramatisch. Ich mag die schiebende Basslinie. Das leer klingende Schlagzeug, das nach 3 Minuten mal losgeht. Der endlose Hall, der auf allen Instrumenten liegt und manchmal das Gefühl macht, das der Musik der Raum, die Lautheit genommen wird.
Ich dreh die Anlage also auf.
„self-loathing“ will getanzt werden. Die Gitarren spielen die Melodien gegeneinander, der Beat im Off.
Lieblingszitat (aus „solace“) „you changed your walls/but you didn‘t changed your smell/let me change your walls/to take you out of hell“

Die Herren touren so ausgiebig quer durch Europa (immer mal bei FB gucken!), daß ihr sie gesehen haben müsst ;-)
Falls noch nicht: lasst es euch nicht entgehen.
Hier mal ein Link zum reinhören, denn die Platten und vor allem die Tapes sind sagenhaft schnell ausverkauft….
Dieser Release also als CD / LP und MC
post-punk.com

label: KRACHIGE PLATTEN recorden KRASSER FAHRSTIL

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Mit meinem Aufnahmeequipment habe ich mich kurzerhand in den Proberaum von KRASSER FAHRSTIL begeben um einen Track für das 15 Jahre Jubiläumstape von pADDELNoHNEkANU aufzunehmen. Welcher das ist, wird hier nicht verraten. Nur soviel: es ist ein Fragment. Also was exklusives. Uhlala!
Es ging los mit einem kleinen Defekt am Aufnahmegerät, der bis heute nicht behoben ist.
Es war kurz nach Ostern, die Eier lagen noch im Garten; mir war einfach zu kalt gewesen, um rauszugehen. Um im Artcanrobert ne Aufnahme mit KRASSER FAHRSTIL zu machen, war es aber ok. Vom Warmen ins Warme.
Dann versuchte ich ein Selfie zu machen.
Hat nicht geklappt!

Ich war so sauer auf mich, daß ich überging zu aggressiv expansivem Selfi-ing.
Marcus hat sich so erschreckt, das die Aufnahme ausfiel. Also ein Teil. Kurz.
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Aber dann wurds schön.
1, 2, 3, 4.
Wir tranken viel Bier und freuten uns über weitere KRASSER FAHRSTIL-Songs, die aufs Demo kommen und momentan auf digitalen Medien aufgelöst in Myriarden von Nullen und Einsen umherschwirren!
Ich machte dann doch noch ein ganz normales Foto, so mit ausgefahrenem Arm, ohne Stick und doppelten Boden. Das zeige ich euch aber nicht.
Merke:
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Mein Fahrstil ging dann ganz gut. Auf der Autobahn hat keinen meinen Schlingerkurs gesehen, war nix los in der Provinz um 23 Uhr 16.
Es wird wohl, nach den ersten 4 Samplern, nun ein kleines Tapelabel (erstmal) geben, auf dem Demos und Artverwandtes rauskommen wird.
KRACHIGE PLATTEN!
los geht’s!
Wer mich braucht für ne (bis zu) 16 Spur Liveaufnahme oder Hilfe bei einem Release:
feli.schriebt.dir@googlemail.com
oder aufm Konzert anquatschen, wenn ich mit nem Heft in der Hand vor dir stehe!

review: PFFF Zine #3

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Wer kennt sie nicht, die Penisnase?
Nein? Noch nicht gehört?
Ich hatte mir das kleine Büchlein, glaube ich, mal über AldiPunk zukommen lassen. Dem kleinen Distro von E-Aldi. (der hat ne neue Internetadresse und die Nr. 3 des PFFF auch im Mailorder!)
Nun zum Werke von Herrn Magenbitter!
Ihr habt, wenn ihr die Penisnase nicht kennt, sicher eins seiner Comics/Cover mal gesehen. Beispielsweise auf ner OX-Sampler CD….
Das PFFF ist nun sowas wie die Essenz des erfahrenen Comiczeichners.
Ich finde es witzig, manchmal doof witzig und manchmal superwitzig. Halt Punkerhumor. Kurz über der Gürtellinie, meistens darunter!
Kurzweilig und immer wieder ein Lacher dabei!
Ne super, wie sich das für ein gutes Fanzine gehört, Klolektüre!
Mir fehlen hier keine Interviews oder sonstwas, obwohl, halt mal, so ein Interview in Comicform, das ist doch mal ne Idee?
Jedenfalls: ihr müsst es nicht in Papierform kaufen. Ihr könnt es auch runterladen als PDF für euren Readerdings.
Viel Spaß!