Archiv für März 2017

review: KAPTAIN KAIZEN – einatmen, ausatmen CD

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Da läuft diese Scheibe nun schon seit Wochen bei mir rauf und runter, 2 Tracks sind auf dem aktuellen Sampler der Ausgabe 4 – und plötzlich tritt Schweiß auf meine Stirn. Habe was vergessen: den Review!
Hier also nun endlich einige wohlfeile Worte:
KAPTAIN KAIZEN, eine Punkband die ausm Südewesten kommen. Die Gitarren sind tief in die NDW-Plattensammlung des Vaters gefallen, das Schlagzeug treibt sie flott nach vorne, der Gesang mehr ein weiteres Instrument, den schrägen Tönen noch eine Synkope hinzuzufügen. Die Texte tiefgründig doch nicht oberschlau. Es geht ums Leben, es geht um Menschen, es geht um den Irrsinn zwischen 2 schiefen Harmonien.
Bevor ich mich nun überschlage vor Freude, schlage ich noch zwei Mal in die Hände!
Wieso hat das niemand auf Platte rausgebracht?
Die ersten Songs treiben noch mehr, doch nicht alles ist windschief auf dieser tollen Platte! Ich höre da in Momenten auch mal das Indigenäsel von SPORTFREUNDE STILLER oder die Sehnsucht von TURBOSTAAT. Einige Wechselgitarreneinsätze erinnern mich an NICHTS. Ich werde mal nicht 30 Minuten angepisst angeschrieen, wie das einige Bands gerade bevorzugt machen. Das ist toll!
Viel Abwechslung. Wenig Verzerrung. Lo-Fi Indi Schrubbel Punk.
Unbedingt anchecken!

konzert: ARTCANROBERT 25.03. KUBALLA / KRANK / atmen, weiter… / COLD KIDS

watn Line-Up!
KUBALLA aus Ludwigsburg, COLD KIDS aus Bamberg, ATMEN, WEITER… aus Landau/Mainz und KRANK aus … Münster oder so.
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Es starteten die COLD KIDS mit ihrem treibenden Synthiepunksound und dem fordernd, gestikulierenden Sänger Hobel.
Das ging gut nach vorne! Die 7inch, die letztes Jahr rauskam, habe ich ja besprochen! Wir haben dann auch noch ein Interview nach einem bretternden Set gemacht. Gibt’s dann ganz bald in Ausgabe 5 zu lesen! Reingucken!
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dann: atmen, weiter… ich kann nur sagen: endlich mal wieder. Oli hat ja eine Zeit bei burn/it/out gespielt, die es nun eine Weile nicht mehr gibt. Und desöfteren Konzerte im Fatal zu Landau organisiert. Die waren immer toll, trotz oder gerade wegen der kleinsten Bühne im ganzen Bundesgebiet!
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eine sehr emotionale Show, die da Oli und Höbi, die beiden Gründer, mit ihrem neuen Bassisten Jan nach vorne gespielt haben. Viele neue Songs, die noch nicht auf ihrem 4-Track Demo von 2013 sind/waren. Dafür gibt es Neues auf die Ohren, die Herren haben aufgenommen und suchen aktuell ein Label für ihre LP!
An Startnummer Vier der heutigen Hitparade waren die Ludwigsburger KUBALLA.
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Ich kann schon fast sagen „wie immer“ da es die sicher 7te Show ist, die ich mit ihnen sehe: top!
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Tom shoutet seine angepissten Lyrics quasi im Blingflug. Dazu rockt Matze die Songs als lockere Fingerübung, Martha bringt die weiblichen Note(n) aufs Griffbrett, Nicholas brettert den Bass und Martin passt auf, daß er sich keine Blasen und Schrunden an den Händen holt. Insgesamt sehr laut, was wohl am Mischer lag. Gar nicht daran, daß das Punkrock ist.
Apropos Punk: zum Abschluß gab es dann die Punkrocker von KRANK auf die Augen und Ohren.
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ich kannte sie bisher aus dem Katalog des Labels this charming man, das bisher nur eine Hitband in meine Ohren getrieben hat: FREIBURG! Alles andere ein wenig noisig, sperrig. Nungut. Ein anderes Blatt!
KRANK waren erstmal wie ein Alien, da sie komplett klaren, mit sehr deutlichen Messages gespickten Punkrock spielen. Der hat auch seine Ecken und Kanten, ist aber Punk und nicht so artsfartynoisy. Mit neuem Album „ins verderben“ im Gepäck!
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Sänger Jan kloppt eine Wahrheit nach der anderen raus. Läuft aufgeregt vor der Bühne hin und her (der schwarze Schatten vor Schlagzeuger Ramon). Die Band ist ziemlich spielfreudig drauf und kloppt einen Punksmasher nach dem anderen raus, ohne eine allzulange Biertrinkpause einzulegen.

Top Abend.
Ich hoffe, das Artcanrobert bleibt uns noch lange erhalten…. man weiß es ja nicht so genau, wann das Neubaugebiet gegenüber fertig ist und Lärm unerwünscht……

review: BLANK WHEN ZERO – taped TAPE

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Vom kleinen, feinen Label KEEP IT A SECRET aus Mainz kommt hier ein Tape von der Band BLANK WHEN ZERO, ebenfalls aus der Mainzer Gegend.
Ich hatte schon mal in den einen oder anderen Release von KEEP IT A SECRET reingehört allerdings noch nicht meinen Lieblingssound gefunden. Und dann das: losbrettern, abfahren, 1, 2, 3, 4 in Hochgeschwindigkeit. Hardcorepunk der aber nichts mit den Nietenmeeren auf irgendwelchen Lederjacken zu tun hat. So zumindest mal auf dem neuen Album „taped!“ aus 2016.
Wenn man sich aber ihr Gesamtwerk, wie auf dem vorliegenden Tape, durchhört, merkt man schnell, daß BLANK WHEN ZERO ein Trio sind, daß die Parts abbrennt wie ein Feuerwerk. Ein Rauschen in den Ohren der Walfische, für den geneigten Hörer Hit an Hit. Zwischen Amen81, früheren Tool und NeinNeinNein. Sag ich mal so als Musikjournaillenstudent.
Alle Aufnahmen sind einwandfrei aufgenommen und eingespielt. Gut gemachte Schnipselcover immer am „goldenen Schnitt“ vorbei.

Auf dem Tape sind die Songs vom Album „taped“ „blank“ „einerseits“ und „konsumrauschen“.
Alles aus den Jahren 2010 bis 2016.

Dieses Tape ist die erste Magnetbandveröffentlichung beim Label. Bisher Vinyl und CD. Somit das Portfolio erweitert, gute Idee!
KEEP IT A SECRET

review: DxBxSx – wer will das denn (LP, CD, MC, DC)

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Die Band ist aus den formerly known as DRIVE BY SHOOTING hervorgegangen. 2009 suchten die Verbliebenen händeringend einen Trommler und fanden auch einen. Sie ersetzten einen Haufen Buchstaben durch ein X im Namen und auch das Englische wurde gegen nun deutsche Lyrics eingetauscht.
Diese deutliche Verbesserung in Punkto Sprachverständlichkeit führte direkt in einen Rio Reiser-Vergleich. Wobei ihr Fashion Style sich schon klar abhebt von den 70er Jahren. Ist eher so ein Edel-Rocker-Look a la Berlin, wa!
Die Musik spielt im Rahmen der benannten Berliner Schnoddrigkeit auf sehr hohem, schweißtreibendem, Schweinerockniveau.
Was wiederum die frechen, wortwitzigen, punkigen Texte von Sänger und Gitarrist Angel konterkariert und ins Punkige treibt. Die schnoddrige Art mit der der Bass von Tim (auch bei der Band „blutige Knie“) malträtiert wird (schön in den Videos zu sehen) ist absolut Outstanding Stuff. Oder? Nö, kenn ich schon vom KYUSS Bassisten. Oder NIRVANA.
Verdammt, doch alles nur geklaut? Oder kann sich da nur keiner mehr dran erinnern, weil so lange her?

Energie, Punk, Stoner, passt alles zusammen.

Hört mal selbst rein – neues Album „wer will das denn“ ab dem 28.04. zu haben.
bakraufarfita

Oder, auch geil: LIVE
22.04. Nürnberg Kunstverein
05.05. Magdeburg HOT
06.05. Berlin Cassiopeia (Record Release Party)

nur glotzen, aber nicht anfassen:
herrlich schräges, durchgeknalltes Video zu Berghain
monstercooles VFX-Kino zu „ihr! alle! immer!

konzert: ARTCANROBERT 11.03.2017

Endlich mal wieder das Artcanrobert. Mein liebster Club in der Gegend und immer eine Reise wert!
An diesem Abend 4 Bands:
als erstes spielten AS TIME RUNS OUT, eine richtig, echte Newcomerband aus dem Artcanrobert!
 photo IMG_2086_zpsqwriieua.jpg sofort gelang mir ein mystisches Pic. Heavy, growling, ein wenig rumpelig noch. Vor allem laut ham se gespielt. War super!
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Nach AS TIME RUNS OUT spielten weitere Artcanrobert-Hasen nämlich: KRASSER FAHRSTIL.
Ich ging kurz Backstage, während sie aufbauten und ich muß schrecklich ausgesehen haben, beim fotografieren:
 photo IMG_2103_zpslxoujvno.jpg Der Trommler vom den MEAT BALLZ erschreckte sich heftig und drohte mich mit einem französischen Baguette zu erschlagen.
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Die Band, die im letzten Jahr einige Besetzungswechsel hatte, hat sich nun gefunden und spielt Punk mit ziemlich klaren Wurzeln im Deutschpunk. Gute Lyrics, nach vorne, Melancholie.
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In der neuen Printausgabe (nächste Woche im persönlichen Handel erhältlich) ein kurzes Interview mit den Herren Markus und Juki (beide Gitarre).
Danach die famosen pADDELNoHNEkANU.
Aus meiner Sicht ein feines Konzert, wir nehmen ja gerade auf, haben kaum geprobt, dafür als Zugabe die Coversongs fürs Jubliäumstapes gebrettert: Boxhamsters – Konflikt / EA80 – Tote Puppen / Dackelblut – Frisör.

Zum Schluß dann ein Grunge / Hardcore / Stoner Gewitter der Karlsruher Combo MEAT BALLZ.
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Ganz klar: es ist Grunge! Ich habe diese Spielart schon lange nicht mehr auf einem Konzert gehört. Super. Vor allem laut!
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Elegische Stonerparts – nach einer Stunde Spielzeit kam es mir so vor, als ob die Band maximal 6-8 Songs gespielt hätte.
Und danach spielten sie noch mal eine Stunde.
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Jedenfalls hat sich der Baguetteattentäter erfolgreich hinter seinen Haaren versteckt.
Ich hab ihn nicht wiedererkannt.