Archiv für Februar 2017

review: DER FEINE HERR SOUNDSO – beweisstück A CD/EP

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Das äußerst umtriebige Label mit dem unausprechbaren, und fast nicht richtig-schreibbaren Namen (bakraufarfita) hat gemeinsam mit Hochdruck-Musick die Debüt-EP rausgebracht. Der feine Herr scheint sich gerne aufzuregen. So steht es im unaufgeregten Pressetext. Und so aufgeregt kommt die ganze CD gar nicht daher.
Das ist für ein erstes Werk gut eingespielt und gut aufgenommen. Die Texte zwischen Ärger darüber, das alle älter werden, nur man selbst nicht. Familienplanung = spießig? Nein! Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Wenn man noch n paar Typen will, die cool sind auf diesem Planeten, muss man doch eigene Kinder machen! Ach so, die können noch scheiße werden? Ist ja gut, ich hör schon auf….. Das läuft ja sonst ins Leere.
Apropos Verhalten. Was auch schnell zu „das wollte ich doch nur mal sagen“ werden kann. Familienplanung also als Weg in die Grauzone?
Mit den drei Herren, die wohl länger kein Instrument in der Hand hatten und so fein „lass uns mal wieder Mucke machen“ riefen, haben mit Bernd von der alteingesessenen Berliner Band SPANDAU einen ziemlich guten Mitspieler gefunden!
Es ist deutschprachiger Punkrock, der desöfteren an PASCOW erinnert. Hat aber nicht ganz den Druck. Nun, manche Melodielinie ist mir ein wenig zu lang. Da mag ich einen Tipp loswerden: entweder alles schneller spielen oder die Melodien einkürzen. Oder wenn ihr nen Off-Beat spielt: spielt ihn aus!
Alles top und echt liebenswert. Daumen hoch; und die Tassen!
Schaut immer mal wieder bei Bakraufarfita rein, da gibts schon wieder einen Neuankömmling: „bei bedarf“, zB.

review: FRUSTKILLER – treibgut CD

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Das Cover und der Bandname passen nicht zusammen. Das Stück Treibholz, bei einem Spaziergang an der Nordsee aufgenommen.
Der Frustkiller ist das nicht. Eher ein Synonym für Melancholie.
Die CD ins Fach geschoben um diese Ambivalenz mal auszuloten. Die übrigens ein aufgeschnittenes Stück Treibgut ist. Finde ich optisch ganz passend.
Und der Frustkiller haut ganz ordentlich in die Trommeln. Mit dem Gesang kommt die gute, alte, Deutschpunkschule auf die Tafel. Was sie mit dem sehr gut produzierten Sound und dem soliden Songwriting glücklicherweise nicht bloß untermalen. Sondern deutlich unterstreichen. Dieser Band merkt man ein gutes Händchen für eingängige Songs an, trotzdem haben sie den ein oder anderen Schlenker in einen Half-Time, einen Moshpart. Wirkt manchmal zwar etwas sehr rockig, wie bei „der moment“. Da gruselt es mich schon ein wenig. So ein Song hat mich aber noch nie umgehauen. Oder eine Punkballade wie „halt mich fest“ – Hilfe ;-) Melancholie habe ich keine gefunden.
Die Texte sind echt gut gemeint. Zeigen eindeutig auf, um was es geht „treibgut“ „Zahlemann und Söhne“ „wie es begann“. Lassen trotzdem Platz für eigene Bilder. Einige Refrains hinken allerdings „ein leben in angst darf nicht sein / muss dennoch feige davon / und uns die augen brennen vor leid / und fürchten und weinen und so“ und lassen mich etwas ratlos zurück.
Ist einiges gut, dennoch wird das nicht dauernd rauf und runter laufen. Ich kenne aber ein paar Menschen, denen der Sound und die Attitüde gefallen wird.
Mir ist das insgesamt dann doch zu deutschrockig. Habe auf der vollen Länge der Scheibe, auf der immerhin 12 Songs sind, und ich habe größten Respekt vor 20 jahren Bandgeschichte (weitermachen!), das Gefühl, daß 6 davon eher der Sound sind, den die Herren machen sollten. Entweder Punk oder HeavyDeutschrock! Beides auf einmal ist mir nur so:
Fazit: Hälfte / Hälfte.
erschienen / zu haben bei timezone
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