Archiv für Dezember 2016

review: TOP und Flop 2016 (und alles dazwischen)

Ich lese allenthalben einen Haufen Reviews und sehe gerade lauter Jahrespolls und Hitlisten, Songs, Platten, etc pp. durchlaufen.
Dann habe ich beim „away from life“ Fanzine neulich ein paar echt coole „best of“ Listen entdeckt, wie zB. die „besten Harcdore/Punk-Intros“.
Hier mal ohne weiteres Geschwafel und Umschweifen meine diesejährige Hitliste, in der ALLES enthalten ist ;-) und natürlich mache ich diverse „Dinge“ anders als andere.
Und deshalb am 31.12. weil bei mir das erst heute zu Ende ist!
Vielleicht trage ich ja noch zum ein oder anderen Silvestersoundtrack bei.

a. KUBALLA 7inch „auf dem weg durch die Zeit“
Für ne Punkband haben die Songs dieser Single einen suaguten Druck. Obwohl eher mid-tempo voll auf die 12. Was auch stark an Tom’s geshouteten (schön eingedeutscht das Wort) Gesang liegt. Übergroßartig unsere Kurztour mit pADDELNoHNEkANU und KUBALLA durch BaWü Anfang Oktober.
b. NO°RD – dahinter die Festung LP
Schon lange kein so erfrischendes Punkwerk gehört. Tolle Songs drauf. Eigenständig, nach vorne, gute Lyrics, der Sänger ein Alleinstellungsmerkmal. Keine Schreierei. Klare Worte, ohne Popmusik zu machen. Und direkt mal aufm Sampler #3 gelandet UND das Scheibchen bei der Tante von Guerilla raus!
c. MAEGLINS BLOG
Anfangs denkt man sicher: ups, was macht er denn mit seinen Händen.
Für mich großartig: es geht um Punkmucke. Aus aller Herren Bundesländer. Das ganze in laufenden Bildern. Welch Novum auf dem endlosen Markt von Reviews in Buchstabenform. Guck ich echt gerne – und anschliessend in die Bands reingehört!
d. 3 AFFEN – s/t
Irgendwo zwischen Facebook und bandcamp drüber gestolpert. Ich hab die Scheibe echt 3 Mal anhören müssen, um es zu glauben. Dieses unglaubliche Hardcore-Brett liefert ein Trio. Female-fronted. Oberkrasser Knaller!
e. AUßER ICH – punkmonium und die Split 7 Inch mit SENOR KAROSHI
langer Titel, wenig Worte: absolut für sich stehender Punk der zwischen freundlicher Depression und verzweifelter Lebensfreude pendelt. Hot Shit.
f. BEN RACKEN – 3 1/2
Diese Platte wurde in Reviews ganz ordentlich abgefeiert. Zurecht!
Was das Trio aus Magdeburg inzwischen abliefert ist anders. Düsterpunk auf die 12. Kein dröges Rumeiern. 1, 2, 3, 4 und los. Dazwischen Melodien die ihresgleichen suchen. Der Coversong von LSK auch sehr sehr geil!
g. BEAR VS. SHARK – remastered Vinyl und Livesession
Für alle, die es bei mir nicht schon 4 Mal gelesen haben: die Audiotree-session ist der eine emotionale Achterbahnfahrt. Bisher hat es noch keine Band geschafft, mich ins Trancepogen zu bringen; diese schon. Ich kann kaum beschreiben, wo dieser unbändige Druck der Gitarren kommt und der zwischen heiserem Shout und gefühlvollem, unkitschigen Singen pendelnde Gesang.
h. EIN GUTES PFERD – zwischen den Zeilen ist noch Platz LP
Vow. Erstmal so gar nicht richtig zugänglich. Muss ja Punk aber auch nicht sein. Die Zeiten von den Toten Hosen, Dritte Wahl, Razzia, etc sind einfach vorbei. Punk klingt heute anders.
Ich habe einige Anläufe gebraucht, aber ich höre Platten zum reviewen auch gerne mehrmals an!
Irgendwann zündet diese Scheibe. Und es macht Bämm! Nacheinander, jeder Song. Eigenständig. Schlau.
Und in Ausgabe #4 werden sie ein bisschen erzählen, wie es ist plakative und weniger plakative Texte zu schreiben.
i. LIRR – ritual EP
Mich hat das Teil total überrascht. Die Art zu spielen, die Art die Songs zu mischen. Die gebrochene Stimme. Toll.
Viele Reviews sprachen von FUGAZI. Finde ich so gar nicht. Ganz klar eine superklasse Emocombo: LIRR!
FUGAZI sollte ich woanders entdecken:
j. REVERANCE TO FUGAZI (the blog that celebrates itself)
aus Brasilien kommt ab und an echt geiles Zeug ;-)
Letztes Jahr entdeckte ich RENEGADES OF PUNK. ein female-fronted Punktrio.
Dieses Jahr also ein FUGAZI-Sampler. Mit Bands, die hier vermutlich niemand kennt. Aber Interpretationen von Songs…. waaaaahnsinn. Am meisten hat es mir von den HARPERS – blueprint angetan. und suggestion von den COACHES.

m. (ich weiß, 10 sind durch!)
jetzt kommen alle schönen Releases, die es definitiv wert sind, erwähnt zu werden, gehört, gesehen, immer und immer wieder besucht ;-)
DUESENJAEGER tolles Album.
NO COMPLY ist DIE Band, die das Artcanrobert geprägt hat oder durch das Artcanrobert …. geiler Skatepunk! Diese Jahr endlich wieder 10 neue, schneller, melodische und dennoch nachdenkliche Songs.
JAN OFF immer dran vorbeigeschippert. Bis wir Freunde wurden, haha. Bei FB natürlich. Und ich ein Buch mit Widmung bekam. Auch noch ein tolles Buch.
„die helligkeit der letzten tage“. echt. Kaufen, lesen, und die Lesung besuchen!
TIGER MAGIC diese Emopunkband aus Leipzig hat mich total begeistert mit „if nothing works out at least i do“ mit ihrem obercoolen Artwork und den reduzierten Gitarren. Alles etwas Lo-Fi. Mit viel Gefühl und Attitüde. Ein, zwei Experimente zu viel auf der Platte; vor allem der letzte, rückwärts gespielte Song. Absolut Hörenswert!

z. (irgendwas muss man ja maulen)
PISSE so geile Releases. Absolut außergewöhnliche Mucke. Durch den Synthi und das Theremin absolut streitbar in der Szene. Für mich das Thema durch, nachdem seltsamste Interviews rauskamen (bspw. bei Kopfpunk). Legenden versucht wurden zu stricken. Wir leben nicht mehr im 18. Jahrhundert, Loide! Absolut undruchsichtig. Keine Antwort auf Anfrage. Jetzt gekränkter Fanziner. Ätsch.
Ich höre es leider trotzdem. Ist zu gut :-)
CAPTAIN PLANET die „ein Ende“ Scheibe. Im Nachhinein: gewagter Titel! Den ich einige Male hörte ….. im Sommer. Geht immer noch nach vorne. Aber die Musik hat sich nicht, wirklich keinen Deut verändert. Im Grunde wie am ersten Tag. Und die Veränderung würde ich mir echt wünschen! Sehr sogar.
Reunions von ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN und MIOZÄN: ja, habe ich lang drauf gewartet. Auch das Album ist total lang ersehnt. Genauso die BUBONIX-Werkschau. Waren alles klasse Bands. BRaucht heute keiner mehr. Lasst uns Punk und HArdcore nicht so wahnsinnig konservativ werden!
SUPPORT YOUR LOCAL WET-UNTER-GANG!

review: ULF – 4 gute Lieder

 photo ULF_zpsp7dztyxz.jpg
Es geht irre reduziert los, und wenn ich nicht gesagt bekommen hätte, daß ULF eine Indi-Punk-Band sind, dann wüsste ich es jetzt.
Die Gitarren spielen ganz spärlich von links und rechts oder auch wahlweise mal von links nach rechts. Oder umgekehrt. Ich glaube, ich habe die Kopfhörer falsch auf.
Die Lyrics kontern die Musik. „Hackepeter“ ist kein Song über Veganismus oder Fleisch. „Handgranate“ ist kein Coversong von HAMMERHEAD. „Niklas wird entführt“ kein Song über Niklas. Und „penny“ ist kein Song übers Einkaufen.
Damit hätte ich nun meinen Deutschlehrer auf die Palme gebracht. Ich soll ihm nicht sagen, was es NICHT ist.
Die Ernsthaftigkeit hat viel Ironie und ist keine Sekunde platt.
Nach dem 2ten, dritten Hören stellt sich das Gefühl dann doch ein, daß die Musik von ULF nicht beliebig austauschbar ist und weit entfernt vom Pop, den so viele Bands reinlassen und dan scheiße werden. Bestes Beispiel für die Gegensätzlichkeiten bspw. der Refrain von Handgranate „in Häusern wie diesen soll man sich das Leben nehmen“
Die Mucke hat nicht ganz so viel Druck wie CAPTAIN PLANET, wird aber genau durch die Wechsel an den drums und der reduzierten Gitarren immer wieder nach vorne gedrückt. Ich finde dieses Songwriting und den Sound top. Gibts das auch bei Obi?
Nein, hier:
bandcamp ULF
my favorite chords

Schönes Video zu „niklas wird entführt“.

video: OCTOPUS – troubadix

[english version below]

Eine Band, die mir schon lange persönlich am Herzen liegt! OCTOPUS
Das hat einfach den Grund, weil Tobias und ich uns schon seit der Gründung meiner Band pADDELNoHNEkANU in 2002 kennen.
Nun, er ist, nach und während unseres KYUSS-Coverband-Projekts SUPA SCOOPA (da sitzt er an den drums; schaut mal bei utube) nach Australien ausgewandert.
Hat tolle Singer/Songwriter-Mucke gemacht und ist vor einigen Jahren in Lismore gelandet. Das ist südlich von Brisbane in New South Wales. Dort auf eine Musikschule gegangen und endlich die Musiker gefunden, die mit ihm die Post-Rock-Mucke des Herzens machen können.
Die Band spielt seit letzem Jahr auch live miteinander und werden definitiv einen Platz auf dem nächsten Sampler #4 der PROVINzPOSTILLE finden!
Jetzt zieht euch das Video rein, bzw. Lautstärke hoch, Augen zu.
Die Musik hat irre viel MOGWAI oder auch THIS WILL DESTROY YOU ohne diese übergoßartigen Bands zu kopieren. Da klingt etwas Outback mit, Sehnsucht, nach träumen, es öffnen sich Räume und die Wellen tun ihr tägliches Werk.
HIER das Video/Song „troubadix“

A band that is close to my heart! OCTOPUS
The simple reason ist, cause Tobias and i meet first at founding my band pADDELNoHNEkANU in 2002.
He has left during our KYUSS-Coverband SUPA SCOOPA (he played the drums; watch videos@utube) to emigrate to Australia.
He has made wunderful Singer/Songwriter Music and has landed in Lismore some years ago. That lies south to Brisbane in New South Wales. There he has visited a Musicschool and found there the musicians to make this post-rock-music!
Since last year, the Band plays live together. They definitely find their way on the next sampler #4 of the PROVINzPOSTILLE.
Now watch the video, make it loud, close your eyes, enjoy!
Their music has so much of MOGWAI or THIS WILL DESTROY YOU without simply copying them. For me it sounds a bit like Outback, desire, dreaming, opening space and the waves doing their daily work.
HERE das Video/Song „troubadix“

video: LYGO / NO°RD / SCHELM / BEAR VS SHARK

Hier mal ein paar Neuigkeiten:

die tollen, kreischigen, nach vorne peitschenden LYGO haben eine prettylivesession gemacht und nicht nur ein simples Video, wie viele andere, sondern gleich die MISERE EP mit 6 Songs am Stück eingespielt.

Ich hole auch noch mal die emotional wuchtigen und hibbeligen BEAR VS. SHARK hervor, die bei audiotree auch ein wundervolles Live-Set eingespielt haben.

Eine Empfehlung ist die schweizer Combo SCHELM aus Basel, die Indie-punk-rock so richtung Hamburg machen. Das Ganze gibts in einer sehens- und hörenswerten Split-10inch! Ihr Video zu warten auf godot

Ein superklasse Video zur aktuellen Punkrock-LP „zwischen den Zeilen ist noch Platz“ (für was, eigentlich ;-) ) von EIN GUTES PFERD gibt es mit Schalldämpfer ordentlich was auf die Ohren und einen kleinen, feinen, selbstgemachten Videoclip.

und hatte ich schon NO°RD erwähnt? Ein Video in dem sich NO°RD von einem Schauspieler doubeln lassen. Für’s Erste – ziemlich steil! „flutlicht“. Der Song ist auf ihrer ersten LP „dahinter die Festung“. Und zum reinhören bspw auf Sampler #3!

fanzine: fe_male focus #1

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Auch dieses Zine habe ich über riotbike-records erstanden.
Im Heft geht es, klar, um einen weiblichen Blick auf die Comicszene. Und ich bin echt überrascht, wieviel wissenswertes es dort gibt.
Auch ein (Riot-grrrl) Zine aus Hamburg.
Diese Ausgabe: Interview mit Anne, die Mangazeichnerin ist. Tank-Girl. Comic reviews. Reisebericht zur einzige Comicbücherei Deutschlands in Berlin!

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