Archiv für Juni 2016

review: SCHELM / die BRAUNEN RAKETEN Split 10inch

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Ich bekomme Musik aus der Schweiz. Punk aus der Schweiz.
Genauer kommen SCHELM aus Basel. Video am Start zu „warten auf godot
Gespannt wie ein Flitzebogen! Gegründet 2014 als Trio mit 4 Fäusten ;-)
Der „Schelm“ ist ja jemand, der anderen Streiche spielt, ein Spaßvogel ist. Und dieser beschreibt sich selbst so: „Schelm sind nicht grossartig. Schelm sind nicht Kunst. Schelm sind lediglich Ausdruck und Ausgeburt des Lebens und der damit einhergehenden Gefühle, von Sehnsüchte und Ängsten, welche unser aller Alltag prägen.“

Und als ich die Platte auspacke, freue ich mich über eine 10inch. Ist ein besonderes Format. Außerdem hatte ich eine Single erwartet, als ich um ein Review gefragt wurde, da von einer EP die Rede war. Finde ich schon mal super.
Was dann aus der Rille tönt ist melancholischer Indipunk, der mich an meine lang vergangene Jugend erinnert. Auf dieser Seite also mehr Indi!
Ach, was war das schön damals!
Die Erinnerung läuft beim Hören wie ein Videoclip durch.
3, 4 Freunde unterwegs am Nachmittag, Sonne scheint, an der Tankstelle Sixpacks kaufen, Baggersee, rauchen, kiffen, trinken, in die Stadt, tingeln, mehr Bier, mehr Leute, feiern, Freunde treffen und die Zeit teilen. Genau das ist, was ich echt gerne mag.
Die Party ist gut, so richtig ziehen sie aber nie das Tempo an, brechen aus. Ich bin gespannt, wie das Live rockt. Fabians Stimme bricht ab und an nach oben aus, was der Musik echt gut tut.
Ich würde mir SCHELM gerne mal in Albumlänge anhören, die 3 Songs sind gut gespielt und hören sich echt gut an, sind mir aber zu wenig!
Also: ab ins Studio!

DIE BRAUNEN RAKETEN, die eigentlich auf Seite 1 die EP beginnen dürfen, bespreche ich erst jetzt, da SCHELM mit mir Kontakt aufgenommen hatten ;-)
Auf der anderen Seite, der ersten Seite, am Anfang der CD, des Downloads (jaja, ich hör schon auf) ist also etwas flotterer, doch auch melancholisch eingetauchter Punk. Die Raketen gehen schon etwas mehr ab und haben mehr Druck und Tempo in den Songs. Diese Seite hat weniger Indi, also!
Welche solide gespielt sind, auch etwas ernsthafter. Im Grunde passt da alles zusammen.
Wer auf gut gespielten Deutschpunk steht, der ins Tanzbein geht und dabei Refrains mitsingen möchte, ist hier gut mit dabei. Ist aber nicht mehr so meins.
Ich träume lieber von meiner Jugend in Videoclipästethik!

Die Scheibe gibt’s hier

review: CAPTAIN PLANET – ein ende LP

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Ich las den Titel: „ein Ende“ und ich dachte sicher, wenn auch kurz, das selbe wie alle „nein!, die hören jetzt nicht auf.
Dann legte ich die Scheibe auf und wurde sofort mitgerissen. Die Kapitäne spielen ja in ihrer eigenen Tonlage. Ganz hoch oben.
Wie oft ich sie schon live gesehen habe, sicher ein halbes Dutzend Mal. Da haben andere sicher mehr auf dem Konto, doch für Fans jenseits des Weißwurstäquators gar nicht mal so leicht. Im Oktober kommen sie immerhin nach Stuttgart!
Nach der ersten Umdrehung habe ich eine Band gehört, die ich schon von den ersten drei tollen Alben, vor allem mag ich die „wasser kommt“ und „inselwissen“, kenne.
Nachdem die halbe Stunde ein weiteres Mal durchgelaufen ist, sitze ich da. Guck aus meinen Augen auf den Monitor und der Cursor blinkt. Die Lider zwinkern hinherher.
Die Songs lassen mich nicht gleich los. Wie ein guter Film, der langsam anfing und jede Minute seinen Sog fester um meine Gedanken schloss und mich am Ende ( ;-) ) irgendwo auf der anderen Seite des Wurmlochs in eine andere Dimension entlässt.
Geil.
Das Artwork wirkt erstmal sehr schlicht und ergreifend. Wenn man nun das Experiment startet, die Platte laufen zu lassen, das Poster oder das Cover aufstellt und sich das Bild anschaut, wie eins von diesen Artefaktvideos von Gurus bei utube, dann…. ja, dann…. ich sag nur Film! Wurmloch!
Geil.

Zum Abschluß noch 2 Worte oder so zu dem grandiosen DeluxePaket.
Die LiveCD bringt einem die saugute Stimmung ins Haus, die die Band und ihr Publikum mitbringt. Da wird mitgesungen, da wird sich gefreut und gejubelt. Einzig der Sound ist nicht so meins. Aber da bin ich auch einer derer, die sich die Bands lieber live ansehen, als das Live auf Konserve anzuhören!
Dann noch die Zusatz 7inch. Hey Leute, wie soll ich denn den Text lesen beim hören, wenn er auf dem Label steht und sich mit 45rpm schwindelig dreht. Also das müsst ihr optimieren, haha!
Nein, auch ein sehr schöner Song, der da drauf ist.
Der übervolle Aschenbecher auf dieser Single sided 7 inch, der sicherlich zu der Oma auf dem Plakat gehört, erinnert mich daran, daß ich nicht mehr rauche. Schon eine ganze Weile nicht.
Geil.
Obendrauf gibt’s noch eben jenes Plakat und einen Downloadcode für all das auf deinem MP3.

Jede Minute hat sich gelohnt, es war wie nach hause kommen und trotzdem eine Ecke entdecken, die man in 10 Jahren noch nicht genauer betrachtet hat.
Die Lyrics sind in einem großen Ganzen zu sehen, denn wie Arne dichtet: „Ja all die kleinen Dinge sind so groß, wenn man Haufen daraus macht.“

13. Juni 2016

Fanzine = Fußball
Daher kommt das. So wie Punk aus Amerika nach England gebracht wurde.
Da gerade Fußball angesagt ist:
Die Meldung des Tages ist also: Finger in der Po, Mexiko! Und da das schon durch alle Instanzen, Sozialmedien (daher kommt der Begriff Sozialarbeiter) und Amateurjournalisten durch ist, auch bei der ProvinzPOstille (nein, das ist kein Freudscher Ferschreiber)
Hier die Meldung bei Schlecky.

Ich muß da mal unseren Bundestrainer in Schutz nehmen, denn:
1. Wer sich die ganze Zeit die Trainerkamera anguckt, hat das Spiel nicht verstanden. (Italiener, nach dem Gelächter im Hintergrund zu vermuten)
2. Bohren und der Club of Gore sind Jogi’s Lieblingsband. (blöder Scherz)
3. Konfuzius sagt: „schläfst du mit schmutzigme Hintern ein, wachst due mit stinkenden Fingern auf.“ (noch blöderer Scherz)
4. Im Badischen heissen die Arschwollknäuel, die meistens nach Unterhosenwaschmittel riechen „Klabuschterbärle

Doch wie ihr unschwer merken könnt, macht sich die Postille nicht einfach nur lustig, nein, sie nimmt dem Scherz jedwede Qualität.
Schönen Tag auch!

review: TIGER MAGIC – if nothing works out…

…at least i do!
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erstmal große Freude beim Anblick des Covers.
Was eine geniale Idee! Bandnahme auf dem Shirt und Titel auf dem Handydisplay.
Beim Öffnen und Herausnehmen dann noch das wirklich tolle Beiblatt mit seiner ganz eigenen Geschichte. Ein Sportraum, in dem alle Bandmitglieder irgendeinen Spökes machen. Überahupt das ganze Cover ist total liebevoll gestaltet!
Die Platte ist voll mit Alltagsgeräuschen, Geschichten mit und ohne Musik, Lautstärke, MidtempoPostPunk, Emo nennen es vielleicht manche, Pop mit viel Gefühl ohne zu nerven weil es auch im Radio laufen will „lucille“. Plötzlich geht es raus aus einem Song, der aber noch nicht zuende ist. Andere machen 2 Lieder draus. Hier geht ein Song schon mal 6 1/2 Minuten „runnin‘“. Dann gibt es auch wieder sehr straighte Songs, wie das tolle „blown fuses“, „those summer nights“!
Das überrascht immer wieder.
Und läuft aber auch supergut bei offenem Fenster im Auto.
Das Ganze garniert mit dem tollen Gesang der beiden Sängerinnen.
Ich stelle fest, daß es noch eine weitere Scheibe gibt die da heisst „crush on you“ und von 2013 ist. Will ich auch haben ;-)
Beide Platten sind in Coop mit dem tollen Label TiefInMarcellousSchuld rausgekommen
Was soll ich noch sagen:
die Scheibe läuft und läuft!
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konzert: 13.05. AGGROLITES Jubez Karlsruhe

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Ich mache es kurz:
Im kalten Januar in Stuttgart schon einmal gesehen. Und ich stehe wahrlich nicht auf Gute-Laune-Musik. Die neigt nämlich dazu, bei mir nach einer gewissen Zeit schlechte Laune hervorzurufen. Mag halt einfach die etwas melancholischer, nachdenklichere Schiene.
Dann dachte ich aber „hey, ich kenne jemanden, der darauf echt Bock haben könnte“: meine Liebste!
Also Karten gekauft und hin da.
Seit wir Kinder haben, ist das natürlich nicht mehr ganz so einfach gemeinsam wegzugehen. Das liegt, glaube ich, vornehmlich daran, daß man sich genau aussucht, was man gemeinsam machen will. Und wenn da ein Konzertabend kommt und der musikalische Geschmack doch etwas auseinander geht, dann sagt einer vielleicht kurz vorher „och, du, kannst du da nicht mit deinen Freund/innen hin?!??!“

Aber wir waren dort.
Meine Süße hat 1 1/2 Stunden abgetanzt und sich total gefreut.
AGGROLITES (aus L.A.) machen aber auch hervorragende Musik!
Ob es ein Coversong ist „message to you rudy“ oder einer ihrer Überhits „play the funky fire“, die Hammondorgel dominiert, ist aber niemals nervig.
Einzig einen Song, irgendwas mit „banana“, ist so dämlich und wird gefühlte 823 Mal wiederholt, daß man einen üblen Ohrwurm auf dem Weg nach Hause, ins Bett und beim Aufstehen hat!
Es wird gefeiert und das Publikum mit einbezogen. An diesem Abend war jemand da, der der Band scheinbar schon seit über 10 Jahren ein treuer Zuhörer auf Konzerten ist. Man intonierte gemeinsam einen Song!

Alles in allem haben sich die 17€ Eintritt nur für diese eine Band jeden Moment gelohnt.
Ich fand, daß für’s JUBEZ relativ wenig los war. Trotz eines Freitags.
Vielleicht hören ja doch mehr Menschen so MeloMucke wie ich ;-)