Archiv für Mai 2016

review: DUESENJAEGER – treibsand

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Was ich so liebe, sind die klitzekleinen Veränderungen, die man suchen muss.
Nein, die man finden darf!
Der erste Song läuft durch „woanders mit Dav“. Erst glaube ich, bei dem geradezu poppigen Gitarrenriff, das es größere Veräanderungen gibt im Düsenuniversum. Doch dann kommt der Wechsel und sie zeigen dem geneigten Hörer die erste lange Nase!
Überhaupt laufen die ersten 3 Songs sehr gefällig durch. Die Texte, wie immer, aufmerksam-machend. Und gerade als ich denke, daß auf der 10inch „leben lieben sterben“ auch der ein oder andere Ausbruch in flottere Fahrwasser dabei war, kommt das kurze und kackige „kehren vor den Bekehrten“. Mehr mag ich nun auf einzelne Lieder nicht eingehen, da soll noch was übrig sein, was euch auf dem Plattenteller noch mitnehmen soll und kann und wird! Kleines Ratespiel: an welchen Song erinnert euch das Riff von „Kreislauf“?
Was ich so liebe, sind diese kleinen Veränderungen, die sich manchmal nur in einem neuen Bild ausdrücken, die die Worte von Herrn Neumann erzeugen. „RÜCKSICHT KEINE TUGEND MEHR – NACH UNTEN NACHTRETEN.“ ganz schön aus dem Zusammenhang erissen, dies Zitat, doch ein gutes Beispiel für die Umbrüche in den Sätzen, halb gesprochen, ganz gedacht, den Gedanken nicht abgebrochen. Ihn sozusagen nur an den Hörer weitergegeben.
Die in ihrer Kürze schon elegischen Gitarrenparts, die in einer anderen Welt ein Solo wären.
Schön, das „Grabeland“ den Weg auf die Scheibe gefunden hat, der schon auf der gleichnamigen Split 7 inch mit Captain Planet war.
Zum Schluß schieben sie noch die Nachdenklyrics hinterher. Wer bin ich, was wollte ich bewegen, und was genau tue ich eigentlich jetzt. Gerade jetzt?

Danke Duesenjaeger.
oder hier.
hier ein aktuelles Interview (heisses Shirt, Herr Neumann!!!)

review: LIRR – ritual

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Ich hatte die sogenannten Vorschußlorbeeren gelesen.
Auch das erste Video zu tongue gesehen.
Alles sehr liebenswert aber auch viel Ähnlichkeit mit bekanntem. Zögerte. Find ich das gut? Gleich im Visions? Überbewertet?
Dann entdeckte ich das Releasepackage EP und Shirt. Und das Shirt gefällt mir guuut. Erinnert mich an die tollen Arbeiten, die Micha beim „Schwarzer Rand“ macht. Und natürlich auch für das Label Through Love Records! In diesem Falle hat es siri jarring angefertigt.
Also bestellt und ab dafür!

Auf dem Plattenteller die ersten Runden. Die Songs heissen TEETH / SKIN und FLOOR / TONGUE.
Die Gitarre leicht windschief. Der Bass drückt ordentlich und es passiert alles, was in dieser irren Mischung aus Emo, Punk und Hardcore passieren muß!
Elegische Parts träumen, Lyrics starren ungläubig, Instrumente pumpen Melodien auf Mühlen. Sie mögen sich drehen und drehen und drehen.

Einzig sollten die Herren darauf achten, sich dies jugendlichen Ungestüm nicht nehmen zu lassen und poppiger zu werden. Das kann schnell in der falschen Mischung beim Tonmeister…. und so ….. Denn genau dieses Spiel mit dem Raummikrofon, dieses zwischendurch sich entfernende, bis es wieder direkt an den Ohren rauscht, ist mehrfach übergroßartig.
Weiter so!!!!!

Hier gibts das Video zum ersten Song der Scheibe Teeth
bei through love rec die Scheibe, die sicher eine zweite Pressung bekommt ;-)

review: HUELSE haben nichts verstanden DEMO CD

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Eine CD wird mir zugeschickt.
Aufmachen, einlegen, anhören.
Es geht ziemlich kurz & schmerzlos, da leider nur 2 Songs drauf sind. Geradezu minimalistische 4:54 Minuten Spielzeit. Und ich sag’s vorneweg: man hört deutlich den Proberaum. Das Ungeschliffene, man nenne es doch bitte Punk.
20 Sekunden gehört, vergisst man das. Weil man sich in der Musik von HUELSE ein bisschen verlieren kann.
„Ein Vorteil von Idioten ist, dass du nichts verpasst, wenn du nichts mit ihnen machst.“
Also ein zweiter, ein dritter Durchlauf unabdingbar.
Das MUß!
Ich habe eine von 50 handgemachten CD’s hier. Ich hoffe, ihr bekommt noch eine, denn da ist viel Potenzial in dieser Band.
4 junge Männer aus Herborn (das ist an der A45 zwischen Siegen und so). Dort auch aufgenommen und gemischt.
Ein gutes Gespür für Krach und Melodien, für klare Aussagen und Wut, für Kraft und Melancholie.
Zwischen Punk und Indi, mit einer kurzen Bridge verbunden, recht druckvoll gespielt.
Ein ganz klein wenig mehr Energie fehlt mir. Genauer definieren kann ich das aber auch nicht. Doch mehr Druck in den Gitarren vielleicht?
Jedenfalls merkt man bei HUELSE, daß deutscher Punkrock schon lange nicht mehr einfach nur Punk ist.
Eine fühlige Mischung aus Punk, Emo und ganz vielleicht auch ein bisschen Rock. Jedenfalls mit Charme!
Emopunk.
Und sie haben ein Demo aufgenommen.
Ohne Studio, ohne tausend Ankündigungen im Web und so weiter.
Kann man aber trotzdem n Like lassen !!!!

Ich hoffe sehr, daß da noch mehr kommt.
HÖREN

review: PISSE – mit schinken durch die Menopause LP

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Ich las das „mit Schinken durch die Menopause“ und dachte: Ne.
Wahrscheinlich so wie die, die das Cover der „endlich wieder Deutschpunk“ von pADDELNoHNEkANU gesehen haben.
Uargl. Deutschpunk. Sauflieder. Dabei sind beide Scheiben richtig gut.
Und man sollte nach der Mucke gehen. Nicht nach dem Cover!

Ein paar Monate später stehe ich bei meinem Kumpel Michel und sehe die Platte am Spielgerät stehen. Ich stelle fest, frage vorsichtig: „Aha. Du hast die also. Wie ist denn die so?“
Er ist begeistert: „Das ist so durch, daß es einfach gut ist. Muß man auch können!“
Okay.
Ich mir die Scheibe bei Bandcamp runtergeladen und was gemacht, was ich sonst nicht mache: „aufm MP anhören“ (wie meine Kids heutzutage sagen). Und beim Autofahren.
Und dann auch endlich aufm Plattenteller. Weil ich mir auch noch die tolle CORNA KRUSWA und die NERVÖS mitbestellte, hatte ich einen vormidablen Vormittag!
Scheiße, ist das lustig.
Voll geil die Platte.
Ist zwar schon ein Jahr her, daß die rauskam, deswegen nicht minder kaufenswert.
Einige werden sagen „ui, voll Lo-Fi“ und die Nerven oder HumanAbfall abfeiern. Ne. Das kriegta hier nich. Hier ist Punk.
Scheiß Sound. Schrammel. Rumpel. Aber mit Niveau.
Und in gute Mucke muß man immer 3 Mal reinhören.
Ich denke, absichtlich, immer einen Ton daneben.
Es geht los mit der qiekenden und quietschenden „Pumafrau“.
Dann der Song, dessen Video ich schon sah „Scheiß DDR“ und noch zögerte, ob ich das gut oder Kacke finde.
Mit jedem Hören kam mir der Text näher.
Überhaupt: die Texte!
Bester Moment (work-life-balance): „ICH ZIEH NE LINE CRYSTAL METH / AUS DEM ARSCHLOCH VON MEINEM CHEF / WORK-LIFE-BALANCE“

Krasser Scheiß.
Pflichtkauf, Bierdusche und nach mehr schreien!
KONZERTE
HÖREN
Und da alle mit Punkten um sich werfen:
………..
………..
von
……
…….
…. … .. … .. .. … .. . (ist kein SOS)