Archiv für November 2015

fanzine: HUMAN PARASITE #13

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Bäppi macht dieses Fanzine aus „dem hohen Norden“ (Flensburg), wie man in den südlichsten Breitengraden so sagt, wohl schon eine ganze, ganze Weile. Ich glaube, ich habe hier das erste Mal eine Ausgabe seines Zines in der Hand.
Bemerkenswertes Teil. Es sticht echt raus aus der „Masse“ (die es leider gar nicht mal gibt….) der Fanzines. Es ist toll geschrieben, interessante Stories und Bands, klasse aufgemacht und top gedruckt. In der Zine-Landschaft bekannte Schreiber wie Falk Fatal und Mika Reckinnen. Es gibt eine 400er Auflage und das Ding kostet 2€. Das ist ziemlich unschlagbar!
Es gibt ein Interview mit Stemmen von BeateXouzO, der ja auch bei der Notgemeinschaft Peter Pan spielt (review NPP). Auch gibt’s was zu lesen über ICHSUCHT, PANZERBAND, MÜLHEIM ASOZIAL, (…) Kurzgeschichten und ein Elektropunkspecial. Diese Special gibt’s wohl in jeder Ausgabe zu einem aktuellen Thema.
Das soll hier keine gnadenlose Werbung werden, nein, die ist es schon.
Ich werd Abonennt!
Was macht ihr?

PS: Im Netz hatte Bäppi wohl keinen Bock mehr, eine Seite aufrecht zu erhalten. Deswegen schickt er uns weiter zu BlackMosquito.
Eine neue Ausgabe #14 soll laut seiner FB-Seite diese Jahr noch erscheinen. Ich bin gespannt!

review: KLOTZS – Hinweis in eigener Sache LP

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„Es gibt einen Ort wohin die Worte ziehen wenn man sie nicht sagen kann oder will:“
Meine sind scheinbar zu KLOTZS gewandert!
Ich hatte sie mit den beiden „Schwarzer Planet“ – Teilen auf dem letzten Sampler , und habe große Lust sie nochmal mitzunehmen. Die sich gerade auf 33 rpm drehende Scheibe beginnt mit den obigen Worten und dem letzten Schlag „wähle deine Worte mit Bedacht“. Was der „Hinweis in eigener Sache ist“.
Ich finde das schon mal sehr geil.
Die weiteren Songs sind so abwechslungsreich und voller Spielfreude, daß ich gerne alles stehen und liegenlasse und mich setze. Lausche, wippe, alleine Pogo tanze bei „Blender“.
Nach dem „Hausboot“ muß ich aufstehen, damit ich auch die zweite Seite hören kann. Wieder ein musikalischer Wechsel.
Der Sound ist insgesamt schon ganz klar KLOTZS. Zwischen laut und leise verbergen sich manch Rockriff. Manch lärmige Attacke. Deutschpunk uf-ta. Melancholische Absagen an die Welt.
Hört an, hört rein, kauft die Scheibe, die ist wirklich toll!
Das MajorLabel hat diesen Release im Backkatlaog. Eventuell gibt’s noch eine der selbstgebastelten Versionen bei der Band selbst.

review: OIRO – meteoriten der grossen idee

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Eigentlich wollte ich ja andere Bands vorstellen (kommt noch, versprochen!). Welche, die man noch nicht kennt.
Nachdem aber nun nach einer gefühlten Ewigkeit der neue Longplayer der OIROs aufm Teller liegt, ich mit gar ehrfürchtiger Vorsicht die Hülle aufschnitt, das weiße Vinyl rausholte und ebend, auf den Teller zur Mahlzeit legte passierte folgendes:
Klar, die Band um Wortspiele nie verlegen. Gipfel: €O IRO. Genial. Sound geht los, Gehör auf!
Viel Riff. Kryptischer Text. Es fällt auf, Gitarren klarer. Weniger Punknoise. Dafür abgeklärter. Ausm Bauch. ‚Das ist kein Camping‘ eine klare Ansage zum Thema „Flüchtlinge“, egal woher sie kommen. Kurz & bündig. ‚Baumarkt‘ ist seltsam. Beim 4ten Song fällt auf, daß das Neue wohl die vielen Töne sind. Feels a bit sophisticated. Waren früher die Gitarrenriffs und der treibende Rhythmus die Ansage. Man ist wohl älter geworden und mochte „regenbogen, rot fehlt“ vom letzten Album wohl mehr, wie die, für mich, übergroßartigen „schlafschach“ und „schlange stehen“. Alles etwas mehr laidback, jetzt.
Jedenfalls war ich nach der letzten Single „zähmen“ (auch auf dem Album) auf die beiden „Stadt / Erde“-Teile I und II gespannt, denn der dritte ist auf eben jener 7inch.
Zurück zum Song, der Refrain kommt und den melancholischen Melodiebogen kenne ich schon vom ersten.
Bei allem NEU und ANDERS und VERÄNDERUNG… ich komme hier gerade nicht so mit. Ein Glück sind das nicht DIE NERVEN. Die nerven! Die setzen sich drauf. OIRO machen, was OIRO machen. Gekonnt arrangierte Musik, die sonst keiner macht. Das immergleiche Riff 3 1/2 Minuten lang zerpflücken kann jeder.
Dann kommt ‚Zirkus Europa‘. Es geht endlich mal nach vorne. Die Drums sind mir zu weich. Passt trotzdem alles. Toll gespielt und super gemischt. Gleichmäßiges Klangbild. Gitarren, die sich ineinander verkeilen, um auseinander zu gehen. Dieses Riff ‚…sie kommen nicht rein…‘ hatten wir allerdings in der OIRO Disco(graphie) doch auch schon mal. So ähnlich. Jetzt halt ein bisschen anders.
Ich finde es geil. Um es blöd zu finden. Oder umgekehrt. Flight13 empfiehlt ja im Katalog die Platte mehrmals durchzuhören. Na gut!
Das erste Hören war jetzt nur ein wenig langweilig. Ist der Lärm der Gitarren zu glatt produziert? Greife den Plattentitel auf: ist der Planet OIRO gesprengt worden? Bruchstücke nun unterwegs im All! Um in Kürze auf unsere Planeten zu treffen mit der innovativen NoisePunkWelle?
Ich habe Zweifel.
Klar, höre ich das noch mal ;-)
Ich schreibe dann auch noch mal!
Summa summarum: Die Songs sind klarer arrangiert und haben jetzt elekronische Einsprengsel, die ich nicht unbedingt brauche. In der Gesamtheit ist die Musik, wie auch das Artwork, wie auch die Mischung, ziemlich gut. Etwas ruhiger und abwartender. Nicht so fordernd wie „gib mal Feuer Spiesser damit ich dich anzünden kann“. Definitiv eine Band, die sich ihre Nische erarbeitet. Etwas, das ohnehin besonders ist, an Bands, die schon über ein Jahrzehnt unterwegs sind, wie Turbostaat, Duesenjaeger, Pascow und eben OIRO: jede Band für sich absolut hörenswert. Keine Stars im Universum. Meteoriten der grossen Idee.

review: NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN – Dirigenten.Dompteure.Diktatoren LP

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Ich hab vergessen die Platte zu fotografieren…. habe heute also leider kein Foto………

Spontan hatte ich das Vergnügen mit meiner Band pADDELNoHNEkANU in Zweibrücken mit der Notgemeinschaft die Bühne zu rumpeln!
Neulich hatte ich noch das tolle Interview im GestrecktenMittelfinger gelesen. War dann auch letztendlich der Grund, die neue Scheibe zu kaufen und Kontakt aufzunehmen.

Als erstes erinnert mich der Sound und vor allem der Inhalt der Texte an ein paar andere Hamburger von KOTZEN. Klar, das kann auch an den wenig gereimten Texten liegen. Es geht darum, etwas zu erzählen. Es geht darum etwas zu sagen. Und sagen und reden tun die Jungs gerne, wenn man ihre Tourberichte liest. Ganz großartige, bis ins Detail ausgefeilte Kleinode partysüchtiger Punkrocker. Und ihr wollt zu alt dafür sein: NIEMALS! glaube ich das. Dafür habt ihr echt eine Menge Spaß, an dem, was ihr macht!
Nicht nur inhaltslose Popmusik vor neunköpfige Applausmonster zu werfen und ihnen beim Konsum zuzugucken.
Liebevoll gestaltete Cover, Logos und natürlich auch die Musik.

Wir trafen am Abend fast gleichzeitig in Zweibrücken vor dem Hobbitkeller ein und schüttelten uns noch auf dem Trottoire die Hände. Ori, Stemen (jetzt mit einem oder 2 „m“? ich entdeckte auf Journallienrecherche unterschiedliche Schreibweisen) und Mario, macht 3.
Dachte, ich hätte 4 auf der Platte gelesen. Jaaaaa, da beginnt sie, die journalistische Arbeit. Verdammt. Das wollte ich doch gar nicht. Es hilft aber ungemein Fettnapffragen zu umschiffen.
„Wieso seid denn ihr nur zu dritt da?“ „Unser Sänger Stibbe hat uns nach den Aufnahmen zur Platte leider verlassen.“
Schwusch. Slippery when wet.
Dafür lerne ich (türlich auch meine lieben Bandkollegen) Inga kennen, die sehr nette Begleitung vom Drummer.
Die verbliebenen 3 scheinen den Weggang mental gut weggesteckt zu haben. Da haben wir ja dann auch schon eine Gemeinsamkeit: unser Philipp ist ja auch gegangen. Hat sich ein halbes Jahr Zeit gelassen, aber dann….
Zur Sache mit der Platte! Denn den ausführlichen Tourbericht könnt ihr auf dem Facebookprofil der NPP lesen.
Der Sänger der Platte hat eine markante rauchige Stimme und ich vermisse sie nach den ersten 2, 3 Songs überhaupt nicht. Stemen und Mario teilen sich den Gesang und spielen ein knackiges, lautes und schnelles Set. Zwischen Gekreische und Pogoparts fehlt mir nur noch die Bierdusche. Allein trau ich mich aber nicht. Das wäre Verschwendung.
Außerdem dusche ich aufgrund des hohen Punkrockalters das ich erreicht habe nur noch mit Sprudel. Das schütteln der Flasche ist einfach ein großer Spaß vorneweg.
Viele Songs der Scheibe sind auf der Setlist und mich erinnert Stemen in manchen Momenten an Nagel von MUFF POTTER. Manchmal aber auch an eine Kreissäge.
Ein Glück klingen sie in ihren besten Momenten nach NOTGEMEINSCHAFT PETER PAN!
Mit jedem Song, den das Vinyl die Nadel weiter nach innen befördert, entdecke ich immer wieder überraschende Wendungen in den Songs.
Meine Hits sind ganz klar der „Zonk“ mit dem Nagel-Gesang und der „und so spielt er diese Melodie seit Jahren vor sich hin“ Zeile.
Auch „Monster“ kann mich überzeugen. Schon allein wegen des irre ausufernden Textes und der mehr als 6 Minuten Spielzeit.
Ich mag ihren Humor.
Es Ernst zu meinen, aber nicht jede Sekunde mit dem Zeigefinger drauf zu zeigen und sich selbst zu ernst zu nehmen. Eine Aufforderung zum Glücklichsein.
MONOTON FM ist was für alle die ihre Fäuste in die Luft werfen, Pogotanzen UND gleichzeitig ins Mikrofon des Sängers gröhlen wollen.
Schön.

Zusammengenommen eine tolle Liveband mit einem super Album im Gepäck.
Wer auf etwas sperrigen, dafür heiseren, schnellen und überraschenden Punkrock steht, sollte sich das Album holen!
Zum Abschluß noch zum reingucken das Video zum Track „Partyhut“.
Wir zerstört man sein in stundenlanger Kleinarbeit aufgebautes Spielset:
PARTYHUT