Archiv für September 2015

review: OIRO – zähmen 7inch

 photo 20150921_122556_zpsykgqzory.jpg
ironie wird groß geschrieben. Wie der Anfang eines Satzes. Zuerst fremdle ich ein wenig mit Seite A. Da ist der 1 1/2 minütige Songs auch schon durch. Mein Plattenspieler hat, zum Glück, „Repeat“ und funktioniert nicht ganz so kryptisch wie Jonny’s Lyrics. Ach. Texte sind ja auf der Rückseite, dieses übersichtlich gestalteten Covers. „Repeat“ und mitgelesen. Lesen kann ich also auch. Wie die Drehung der Scheibe auf dem Musikteller. Schön langweilig das Cover auch. Dafür der Song zu kurz. Hatte ich schon erwähnt?
0€ für nen Iro? Die Jungs sind also Frisöre geworden. Haben Die Ärzte und Dackelblut auch schon hinter sich. Der Song wurde als erstes gekürzt. Schnipp Schnapp Musik ab!
„Zähmen“.
Dann also auch mal umdrehen. Den Drehstuhl. Nicht mich. Die Platte aufm Teller. Macht also Seite 2. Die Verpackung drehe ich auch ein weiteres Mal um. „Play“. Hat der Spieler auch.
Text liest sich schneller als er auf Platte gesprochen ist. So wie ich das hier ausm Bauch mache, nicht mit dem Verstand.
„Stadt / Erde III“ klingt nach Jugend. Nach Damals-Jugend. Nach sehr gut produzierter Damals-Mucke. Wollte ich gar nicht mehr hören. Bin nämlich jung geblieben. Höre trotzdem. Mache ich aber jetzt. Im Jetzt. Gerade. „Repeat“. Kann gar nicht beschreiben, wie mich das Gepiepe nervt. „elektroscheiß macht jetzt schluss. nicht mit uns, punk lebt weiter. new wave time, nein nein nein. wollt ihr mehr, nein nein nein. elektroschocks, nein nein nein.“
Bin total gespannt auf die ganze Platte.
Single ist mir zu wenig. Bin ja auch verheiratet.
Stehe auf Gesamtkunstwerke.
Und da kommt sicher einiges.
Ironie OFF (sagt man ja heutzutage so).
Dann höre ich jetzt mal schnell was freshes.
Bijou Igitt. Mitmachen!

PS: Das will heute nicht klappen, mit dem Kackfoto. Ander mal!

review: [hi tereska] – Die Wände weiß gestrichen CD

 photo 20150914_152106_zpsixhovutx.jpg
Manchmal denke ich schon, was das Internet eigentlich für ein Haufen Kacke fabriziert. Dann wieder kann ich mich wirklich sehr darüber freuen, wie in diesem Fall mit [hi tereska], ein Kontakt wirklich flott hergestellt ist. Ein paar Sätze ausgetauscht. Zur Post gelaufen und wenige Tage später den Tonträger in der Hand.
Die CD steckt in einer schönen Pappstecktasche mit einem kleinen Booklet mit den Texten.
Musikalisch hat mich die Sache nicht sofort gefangen. Aber nach 30 Sekunden!
Ich hätte es ja nicht gedacht. Mir ist es eigentlich zu klar im Songwriting. Einem Refrain, der auch sofort hängenbleibt. Man eigentlich gleich den Mund aufmachen will, um mitzusingen. „wir haben einen Plan und führern in auuuuuuuus.“ (Planquadrat)
Deswegen kommen nun auch nur noch meine persönlichen Favoriten. (Hadern) gefällt gut, wenn auch etwas sperrig. Aber gut!
Danach eine sehr langsame Ballade. Ich vermeide hier mal bewußt das Wort Punk. Denn das hatte ich in gewisser Weise erwartet. Sauviel erinnert tatsächlich an die Boxhamsters. In der Hauptsache die melancholischen, fast poppigen Indipassagen. Doch bei (Abschied) fällt mir auf, an was es mich auch erinnert. An die großartige Stimme von Lars von KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN (bei dem Überhit „leb so dass es alle wissen wollen“)
Textlich ist der 3er sehr erwachsen geworden.
Es geht um die Dinge, über die man sich mit 20 noch keine Gedanken macht. Oder schon viel zu viele.
Mucke und CD gibt’s über ihre Seite oder bei Flight13 (zB)
Übrigens haben sie auch ein schönes Split-Tape gemacht mit PEPPONE, die ja auch schon mit auf Sampler #1 waren!

Erschienen und zu haben bei flight13.

fanzine: TRY TO WAKE UP WITH A SMILE ON YOUR FACE #7

 photo 20150916_074038_zpsypgylqly.jpg
Da liegt sie vor mir. Die Ausgabe sieben! Vorne drauf ein Baby mit „i hate Teddy’s“ Strampler, Bierflasche, Kippen und ner ranzigen Häuserecke. Das Bild beschreibt alles, was es im Heft zu lesen und gucken gibt. Zwischen Punkrock und Papa, Kindern und Arbeit pendelnd.
Chriz, der auch beim „auf Jahre unschlagbar“ federführend ist, macht noch ein Fanzine! Und dieses finde ich klasse. Ich finde mich ziemlich schnell in den Stories und Interviews wieder. EIn Aufhänger ist, daß er Fotos, die er unterwegs macht, und deren „Message“ interpretiert, erklärt, kommentiert. Mika (auch mit beim „auf Jahre unschlagbar“ und beim „gestreckten Mittelfinger“ und alles andere hier!) hat eine Kurzgeschichte über die kirchliche Heirat mit drin. Zwei Reprints sind dabei, was ich absolut einzigartig finde, von einem Artikel aus dem „Synthesis“ Zine über „Animal rights“ und einer aus Ausgabe 17 des „Autonomen Blättchens“ über „die Ukraine und die deutsche Linke“.

Ich find’s top! Freue mich auf jede neue Ausgabe!
Einzige Seite, die ich im Netz gefunden habe!
Ansonsten Kontakt über Auf Jahre unschlagbar

fanzine: AUF JAHRE UNSCHLAGBAR

 photo 20150914_130135_zpslz6pq3ge.jpg
Lesestoff tauschen finde ich super.
Ausgabe #1
Chriz hat das mit mir getan und so kam ich an das Fanzine AUF JAHRE UNSCHLAGBAR – Fanzine für Fußlümmelei.
Mit Mika zusammen will er den lange vermissten Fußballbezug zum Punk wieder herstellen. Den gab es wohl mal mehr und wird schmerzlich vermisst.
Was ich toll finde ist, außer dem Engagement für Fußball, die Aufmachung: klar und übersichtlich.
Alle Artikel gut geschrieben, teils deutsch, teils englisch. Zum Thema Fußball natürlich viele Buchstaben: über TeBeBerlin, Fußball auf Kuba, Rot-Weiss Essen, Manchester United und auch dessen Verein gegen Rassismus FCUM, Spielberichte und die Vorstellung eines Spielvereins (Rothenburger SV). Weiter noch ein Interview mit KLAPPSTUHLGANG. Superliebenswert die Rubrik Sticker Part I
Im Grunde alles Top!, wenn nicht mein Interesse am Fußball so groß wäre wier ein Tiuschtennisball. Für Fußlümmeler also eine Empfehlung. Den Punkrock vermisse ich noch, wat soll’s:
here’s Ausgabe #2
Die auch ganz cool mit Fußballstories aufwartet. Wer hätte das gedacht ;-) ???
Klasse Interview mit INNER CONFLICT und der Rubrik Sticker Part II.
Viel TeBeBerlin. Hach, eben nicht mein Ding. Dafür aber noch ein ausführliches Interview mit dem Ex-Fanziner und Ex-Fußballer Tobi von „Punk Is Dad“. Leben eben!
Dann finden sich in dieser Ausgabe schon allerhand Rezensionen von FußballFanzines, daß ich vermute, der Notruf in Ausgabe 1 hat Früchte getragen und nun gibt es 100e neue Fußballzines!

zu haben HIER

fanzine: DER GESTRECKTE MITTELFINGER

 photo 20150510_085735_zpsj5aqhjxr.jpg
Für den Lesestoff immer den richtigen Ort wählen. Nicht einfach nur den Abort, wie von Falk Fatal gefordert. Er bezeichnet sein Heft als „Scheißhauslektüre“, was der Sache allerdings nicht gerecht wird!

Nach langem veröffentlicht er wieder eine Ausgabe des „gestreckten Mittelfingers“. Ich habe das Heft noch in guter Erinnerung wegen der „not my Kanzler“-Aktion bei Gehard Schröder. Ich warte noch auf etwas über Angelo Merkel!
Für verflucht preiswerte 2,50€, für den Spaß der ganzen Familie, bekommt man auf ca. 92 Seiten Lesewürdiges!
Ausführliche Interviews mit der NotgemeinschaftPeterPan und Scheisse Minelli. 2 zu lange Artikel über die faden Chaostage in Wiesbaden 10000 B.C. Nicht, weil die Artikel blöde sind, nein, die Chaostage strafe ich seit jeher mit Missachtung. Vielleicht erzähle ich euch mal die Geschichte, das gehört nicht hier hin!
Überhaupt gehe ich ja nicht viel raus. Zähle die Tage bis Ostern.
Deswegen brauche ich auch keinen Kampfsport (Phak Weng Dong wird vorgestellt) und keine Waffen. Wobei dieser Artikel tatsächlich sehr aufschlussreich ist! Wo und wieviele Waffen werden hergestellt und wo in Deutschland kann ich diese Fabriken (mit Pflastersteinen?) besichtigen!
Mika kotzt über fleischfressende dummdeutsche Provinzler, für die schwul ein Schimpfwort und Beleidigung ist, während jede lesbische Frau als verlorenes Land betrachtet wird, daß Mann nicht mehr befruchten kann. Am Ende noch ein liebenwertes Ende. Alles wird gut! (Nur nicht bei den Vollpfosten)
Steve bereichert deine kleine Lesewelt mit einer Angst-Paranoia-Kuzgeschichte. Ein Krankenhausthriller, könnte man sagen.
Ins Heft gehört natürlich auch eine Menge Litaraturkritik und selbstvertulich die Musikrezensionen. Und einige Artikel mehr!
Insgesamt also ein echt gelungenes Heft.
Schaut euch auch die Internetpräsenz an, eine echt toll aufgemachte…. naja, Scheißhauslektüre wohl nur auf deinem Tablett.